Bauen & Garten

Die tragende Rolle des Mauerwerks

Die Entscheidung, welche Mauerkonstruktion Sie verwenden möchten, ist nicht nur eine Frage des persönlichen Geschmacks. Worauf Sie neben Baustoffe und Bauweise achten sollten erfahren Sie hier!

Es gibt die verschiedensten Arten von Ziegelsteinen mit den unterschiedlichsten Eigenschaften. Ein Leichtbetonstein ist zum Beispiel ein stabiler und vielseitiger Baustoff.

Es gibt die verschiedensten Arten von Ziegelsteinen mit den unterschiedlichsten Eigenschaften. Ein Leichtbetonstein ist zum Beispiel ein stabiler und vielseitiger Baustoff.

Mit welchem Baustoff soll ich bauen? Die Antwort darauf muss wohldurchdacht sein. Denn das spätere Aussehen, die Wärme- sowie die Schalldämmung und natürlich auch der Kontostand sind eng mit dieser Entscheidung verbunden. Die Entscheidung  orientiert sich aber nicht zuletzt natürlich auch an Ihren persönlichen Bedürfnissen und Vorlieben. Ob Ziegel, Beton, Kalksandstein, Massivholz oder gar Lehm sowie Kombinationen daraus – die Auswahl ist groß.

 

Eine Mauer, viele Werkstoffe

Einen Überblick der Baustoffe, sowie deren Vor- und Nachteile, finden sie in unserer Übersicht.

 

Leichtbeton: Wird aus Zement, Wasser, Sand oder Splitt sowie verschiedenen Zuschlagstoffen (z.B. Bims, Schaumlava, Blähton, Blähglas, Blähschiefer, Perlite, Kesselsand etc.) hergestellt.

+ stabiler Baustoff
+ nahezu jede Form möglich, daher optimal für Fertighäuser
+ vielseitig einsetzbar
+ je nach Zusatz können unterschiedlich gute Wärmedämmeigenschaften erzielt werden
+ gute Druckfestigkeit
- jedoch mäßiger Schallschutz 
 

Porenbeton: Hochporöser, mineralischer Baustoff aus Kalk-, Kalkzement- oder Zementmörtel. Wird durch Blähen porös gemacht und einer Dampfhärtung unterzogen.

+  leichter Baustein
+ hohe Dämmwirkung
+ leicht zuzuschneiden und zu verarbeiten
- jedoch mäßige Schallschutzdämmung
- empfindlich gegen Feuchtigkeit
 

Blähtonsteine: Aus kalkarmem Ton, der gemahlen und granuliert und bei ca. 1.200 Grad Celsius gebrannt wird.

+ sehr gute Wärmedämmeigenschaften
+ geringes Gewicht
+ hohe Putzhaftung
+ große Formate möglich
+ bestmögliche Brandschutzeigenschaften
+ guter Schallschutz
+ frostresistent
- jedoch nicht der stabilste Baustein


Kalksandstein: Besteht aus Sand, Branntkalk (Calciumoxid) und Wasser. Wird oft im Rohbau und für Außen- und Zwischenwände eingesetzt.

+ gut schalldämmend
+ feuchtigkeitsregulierend
+ stabiler Baustoff
+ sehr guter Schallschutz
+ sehr guter Brandschutz
+ unempfindlich gegen Witterungen
- jedoch schlechte Wärmedämmung
 

Holz: Wird beim Hausbau gerne für die Holzrahmenbauweise, für die Holzskelettbauweise, für Blockhäuser und bei der Massivholz-Bauweise eingesetzt.

+ feuchtigkeitsregulierend und diffusionsoffen
+ sehr widerstandsfähig
+ schneller Baufortschritt, da keine Trocknungszeiten
+ geringe Wärmeleitfähigkeit, daher gut für energieeffizientes Bauen
+ ökologisch und nachhaltig
+ gute Gestaltungsbreite
+ hohe Festigkeit und Tragkraft bei geringem Eigengewicht
- Vergrauen der Fassade

 

Ziegel: Aus Ton und Lehm gebrannt, am häufigsten verwendetes Baumaterial für Ein- und Zweifamilienhäuser:

+  feuchteregulierende Eigenschaften
+  guter Brandschutz
+  temperaturausgleichende Wirkung
+  gute Schalldämmung
+  gute Wärmedämmung, die mit Sägemehl, Polystyrol oder Zellulose sowie mineralischen Dämmstoffen noch weiter verbessert werden kann
+  nicht anfällig für Schimmel
-  nicht sehr bruchfest

 

Man unterscheidet zudem verschiedene Ziegelarten:


ZIEGELARTEN
 

  • Blockziegel: Sie werden mit einer zwölf Millimeter dicken Lagerfuge aus herkömmlichem Mauermörtel vermauert. Stoßfugen sind bei beiden Verfahren mörtelfrei verzahnt.
  • Planziegel: Sie werden mit ein Millimeter dünnen Lagerfugen aus Dünnbettmörtel verarbeitet. Sie liefern eine verbesserte Wärmedämmung, hohe Druckfestigkeit, eine nahezu trockene Bauweise und weisen daher eine sehr geringe Bau-Feuchte auf. So kann mehr als 90 Prozent des Mörtels eingespart werden.
  • Laibungsziegel: Es handelt sich um Formsteine zur Ausbildung einer leicht abgeschrägten inneren Fensterlaibung; für optimal dichten Fenstereinbau.
  • Rostziegel: Dienen der Ummauerung des Deckenrostes von Stahlbeton- und Ziegeldecken.

Konstruktionsarten einer Wand

Man unterscheidet grundsätzlich mehrere Arten von Wandkonstruktionen. Hier ein Überblick:

 

  • Einschalige Außenwände werden aus Materialien mit geringer Rohdichte konstruiert. Das sind zum Beispiel Leichtziegel, Leicht- oder Porenbetonsteine mit Leichtmörtel oder Dünnbettmörtel. Die Wandstärken liegen bei 25 bis 50 cm. Wärmedämmung wird mit einer Außendämmung oder mit Hilfe eines Wärmedämmputzes erreicht.
     
  • Zweischaligen Konstruktionen bestehen aus einer tragenden Innenschale aus Mauerwerk, einer wärmedämmenden Zwischenschicht und einer Außenschale, die vor Witterungseinflüssen schützt. Diese werden mit Drahtankern verbunden. Als tragender Baustoff kann ein günstiger Mauerstein gewählt werden. Den Witterungsschutz übernimmt hingegen eine Vorsatzschale mit etwa elf Zentimeter Dicke. Zweischalige Wände können mit Kerndämmung oder mit Wärmedämmung und Luftschicht ausgeführt werden. Bei unbeheizten Gebäuden reicht sogar nur die Luftschicht alleine aus.
     
  • Bei Ziegelwänden mit Wärmedämmverbundsystemen wird eine zusätzliche Dämmschicht außen aufgebracht; meist geklebt. Die Ziegel übernehmen dabei den Großteil der Lastabtragung und helfen außerdem bei der Schalldämmung sowie der Wärmespeicherung. Als Wärmedämmstoffe werden expandiertes Polystyrol oder Mineralfaserdämmstoffe verwendet, aber auch mehrschichtige Holzwolle-Leichtbauplatten, Mineralschaumplatten oder Korkplatten. Als Putze kommen kunstharz-modifizierte, rein mineralische und reine Kunstharzputze in Frage.
     

Für weitere Informationen zu den einzelnen Mauerwerken sollten Sie Ihren Baufachberater im Lagerhaus besuchen, der Ihnen gerne mit Rat und Tat zur Seite steht.

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