ORGANISCHE DÜNGEMITTEL ZUM RICHTIGEN ZEITPUNKT AUSBRINGEN

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Wir geben Ihnen einen Überblick über den richtigen Ausbringungszeitpunkt von organischen Düngemitteln und die Einflussfaktoren auf die Nährstoffverfügbarkeit.

Der Ausbringungszeitpunkt der organischen Düngemittel ist ein wichtiger Faktor für die Entwicklung der Kulturen.

Der Ausbringungszeitpunkt der organischen Düngemittel ist ein wichtiger Faktor für die Entwicklung der Kulturen.

Um die positiven Eigenschaften von organischen Düngemitteln voll auszuschöpfen, gilt es den richtigen Ausbringungszeitpunkt zu beachten.

 

Folgende Faktoren sind wesentlich:

  • Der Nährstoffbedarf der einzelnen Kulturen zum jeweiligen Entwicklungsstadium,
  • der vorhandene Nährstoffgehalt im Boden
  • sowie die Nährstofffreisetzung der Düngemittel. Denn selbst bei organischen Düngemitteln sind, bei unsachgemäßer Anwendung, kostspielige und umweltschädliche Stickstoffverluste nicht auszuschließen.
  • Die Nährstoffmineralisation ist unter anderem von Temperatur, Feuchtigkeit, Bodeneigenschaften, mikrobiologischer Aktivität und natürlich von Eigenschaften des organischen Düngers abhängig.

 

Viele Faktoren sind nur schwer vorherzusagen bzw. kontrollierbar. Daher handelt es sich bei Aussagen über die zeitliche Nährstofffreisetzung immer um Annäherungswerte mit einer Schwankungsbreite.

MINERALISATION VON STICKSTOFF

Die Stickstoffverfügbarkeit von organischen Düngemitteln setzt sich aus der pflanzenverfügbaren anorganischen N-Fraktion, Nitratstickstoff (NO3-N) und Ammoniumstickstoff (NH4-N) sowie der Mineralisation von organischem Stickstoff zusammen. Da die Mineralisation ein mikrobieller Prozess ist, müssen für Mikroorganismen günstige Bedingungen im Boden vorherrschen. Tiefe Temperaturen und/oder Trockenheit verringern die mikrobielle Aktivität und verlangsamen somit die Freisetzung von Nährstoffen. Bei ausreichender Feuchtigkeit wird der organisch gebundene Stickstoff aber auch bei kühleren Temperaturen (10-15° C) durchaus effizient mineralisiert, jedoch eher zu weniger auswaschungsgefährdetem Ammonium-Stickstoff. Die für die anschließende Nitrifikation (Umwandlung von NH4-N zu NO3-N) verantwortlichen Bakterien benötigen jedoch höhere Temperaturen (über 20° C) um effektiv arbeiten zu können. Daher wird im Sommer der organisch gebundene Stickstoff schneller zu Nitratstickstoff umgewandelt. Zusätzlich spielen sowohl das Verhältnis von Kohlenstoff:Stickstoff (C:N-Verhältnis) als auch die Art der Stickstoffverbindungen eine Rolle. Je enger das C:N-Verhältnis, desto schneller die Mineralisation.

 

Grundsätzlich gilt, dass kompostierte Wirtschaftsdünger deutlich langsamer mineralisiert werden. Das liegt daran, dass der Anteil an leicht abbaubaren Stickstoffverbindungen bei der Kompostierung abnimmt und nur noch stabile Verbindungen übrig bleiben. Zusätzlich gehen bei der Kompostierung nicht unbedeutende Mengen Stickstoff durch Ammoniak (NH3)-Ausgasung und bei Regeneinwirkung auch durch Auswaschung von wasserlöslichem N verloren. Dieser Stickstoffverlust lässt sich aber gezielt um bis zu 50 % mit dem Einsatz von Bio-Pflanzenkohle (in Ihrem Lagerhaus erhältlich) reduzieren.

 

Rinder- und Pferdemist, wie in Tribu-Pellets zu finden, bietet eine relativ langanhaltende Wirkung. Im ersten Jahr kann mit 30-45 % jahreswirksamem Stickstoff (Njw) gerechnet werden. Das sind rund 9-13,5 kg/t Dünger. Im Sommer kann man bei guten Bedingungen davon ausgehen, dass der Großteil davon in etwa 5-6 Wochen und im Frühjahr bzw. Herbst in fast 10 Wochen pflanzenverfügbar ist.

 

Unser Bio HTK-Pellets 4-3-3“ hat ein C:N-Verhältnis > 10. Von den 4 % Gesamtstickstoff sind etwa 3,8 % organisch gebunden. Wenn man von einer Mobilisierung von etwa 60 % des organisch gebundenen Stickstoffs im ersten Jahr ausgeht, dann sind das gemeinsam mit dem anorganischen N in etwa 25 kg Njw/t Dünger. Diese sind unter guten Bedingungen im Frühjahr bzw. Herbst nach etwa 2 Monaten und im Sommer schon nach etwa 1 Monat mineralisiert. Die restlichen 40 % des organischen Stickstoffs sind in schwer abbaubarer Form vorhanden. Sie werden über mehrere Jahre zu pflanzenverfügbarem Stickstoff mineralisiert.

 

Citrosol, ein Nebenprodukt der Zitronensäureherstellung, hat ein C:N-Verhältnis von > 5 und einen Gesamtstickstoffgehalt (fast ausschließlich organisch gebunden) von ebenfalls 4 %. Hier kann mit einem etwas schnelleren Mineralisationsverhalten als bei Unser Bio HTK-Pellets gerechnet werden.

 

Bei Produkten aus Blutmehl mit bis zu 15 % Gesamtstickstoff (ebenfalls fast ausschließlich organisch gebunden) und sehr engem C:N-Verhältnis von < 5 werden im ersten Jahr bis zu 90 % des Stickstoffs wirksam. In den ersten 2 Wochen können unter Idealbedingungen bis zu 60 % (90 kg N/t Dünger) mineralisiert werden.

 

Noch schneller pflanzenverfügbar sind Wirtschaftsdünger, die einen sehr großen Anteil an anorganischen Stickstoffverbindungen besitzen. Gülle verfügt, je nach Herkunft, über einen Anteil von 50-70 % Ammonium. Jauche hat mit ca. 90 % Ammonium-Anteil in etwa die Wirkung von Mineraldünger.

PHOSPHOR- UND KALIUMVERFÜGBARKEIT

Wirtschaftsdünger, unverarbeitet oder pelletiert, weisen mitunter hohe Phosphor- und Kaliumgehalte auf. Im Durchschnitt sind mehr als 70 % des Phosphors anorganisch. Er ist somit direkt nach der Ausbringung pflanzenverfügbar. Ähnlich ist es mit Kalium im Wirtschaftsdünger: Es ist nahezu 100 % pflanzenverfügbar und kann wie herkömmlicher Kalidünger eingesetzt werden.

DER RICHTIGE ZEITPUNKT FÜR DIE AUSBRINGUNG

Die Nährstoffe in organischen Düngemitteln können unter günstigen Bedingungen durchaus rasch pflanzenverfügbar werden. Die gesäten Kulturen haben allerdings anfangs einen sehr geringen Nährstoffbedarf. Daher gilt es, den Ausbringungszeitpunkt nicht zu früh zu wählen. Eine seichte Einarbeitung im Zuge der Saatbettbereitung wird für die meisten Betriebe die beste Variante sein.

 

Aber auch eine Kopfdüngung im Frühjahr kann durchaus Sinn machen. Vor allem bei Kulturen, bei denen die Unkrautregulierung mit einem Hackgerät vorgenommen wird. Hier können organische Düngemittel sachgerecht eingearbeitet werden. Die Kulturen erhalten die Nährstoffe in einer Zeit mit hohem Bedarf.

 

Selbst wenn eine Frühjahrsdüngung geplant ist, ist es ratsam die benötigte Menge an Dünger schon im Herbst einzulagern. Durch die große Nachfrage ist im Frühjahr mit einer geringen Verfügbarkeit und höheren Preisen zu rechnen. Organische Düngemittel im Lagerhaus, wie Unser Bio HTK-Pellets 4-3-3, Tribu oder Citrosol, eignen sich hervorragend zur Lagerung. Sie sind auch im Big Bag zu 500 kg oder 1.000 kg erhältlich.

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JOHANN MEYER
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Standort Schwadorf
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