Der Wald braucht Schutz

wissenswertes

Eine Übersicht über interessante chemische Produkte für den Schutz vor dem Borkenkäfer, sowie vor Verbissschäden, Schälschäden und Fegeschäden.

Der Borkenkäfer ist einer der größten Bedrohungen des heimischen Waldbestandes.

Der Borkenkäfer ist einer der größten Bedrohungen des heimischen Waldbestandes.

Die Gefahr des Borkenkäfers (Buchdrucker - Ips typographus) darf 2018 auf keinen Fall unterschätzt werden. Neben Windwurf und Schneebruch ist der Borkenkäfer der größte Schadfaktor, der unsere heimischen Fichtenwälder bedroht. Speziell durch den heißen, trockenen Sommer 2017 haben sich die Käfer sehr gut entwickeln können. Die Jungkäfer, Puppen, Larven oder Eier überwintern am Baum unter der Rinde, oder am Boden in der Nadelstreu. Starker Frost gefährdet nur das Ei- oder Larvenstadium, nicht aber den ausgewachsenen Käfer. Dieser fällt nur in eine Winterstarre. Wenn die Temperaturen im Frühjahr eher konstant auf 12° – 15°C steigen, schwärmen die Adulten aus, die anderen überwinternden Stadien beginnen sich zu entwickeln. Bei einem normalen Witterungsverlauf ist ab Mitte April damit zu rechnen. Vorhandenes Schadholz muss unbedingt noch vor dem Ausschwärmen der Käfer aus dem gefährdeten Bereich entfernt werden.

Wie kann ein Neubefall verhindert bzw. eingedämmt werden?

Bis dato rückte man dem Borkenkäfer mit Pheromonfallen und Insektiziden  zu Leibe. Man hatte damit Erfolg, aber durch Fallenkontrolle und „Entsorgung“ der gefangenen Käfer, Wiederholen der Insektizidbehandlungen bei Nachlassen der Wirkung, Wassertransport in den Forst etc. auch einen erhöhten Aufwand.

Trinet P® und Storanet® sind engmaschige (mind. 45 Maschen/cm²) Polyesternetze mit einer speziellen Netztechnologie, in deren Netzfaden der Wirkstoff Alpha-Cypermethrin (100 mg/m²; bekannt aus Fastac Forst) eingearbeitet ist. Die Netze geben den Wirkstoff über einen Zeitraum von 6 Monaten bei Kontakt an den Borkenkäfer ab. Es genügt ein Kontakt über 2 - 3 Sekunden. Der Käfer hat dann über seine Beine genügend Wirkstoff aufgenommen und stirbt in den nächsten 30 Minuten. Die Netze sind über diesen Zeitraum auch Regenwasser- und UV-stabil.

Trinet P® ist als Pyramide konzipiert und stellt optisch eine sogenannte Prügelfalle (Fallentippi) dar. Zur Anlockung der Käfer wird die Pyramide im Inneren mit einem Pheromon, Ipsowit oder Pheropax gegen den Buchdrucker (Ips typographus) oder Chalocowit/Chalcoprax gegen den Kupferstecher (Pityogenes chalcographus), bestückt (Kombiwit Tube enthält beide Pheromone!). Die Netzfläche beträgt 2,2 m². Die Fallen werden in einem Abstand von 8 - 12 m zum Bestandesrand und im Abstand von 25 m von Trinet P® zu Trinet P® aufgestellt.

Storanet ist dasselbe Produkt als einfaches Netz (8 m x 12,5 m; 100 m²) und dient zur vorbeugenden und bekämpfenden Abdeckung von Rundholzlagern. Es verhindert den Befall von Rundholz oder das Ausfliegen der Borkenkäfer aus bereits befallenem Holz.

Ende von Fastac Forst, Storanet und Trinet P – Was bedeutet das für den Schutz Ihrer Forstpflanzen?

Damit verliert die Forstwirtschaft essentielle Produkte für einen effizienten  Forstschutz – einerseits Fastac Forst mit der besten Wirkungsdauer aller zugelassenen Insektizide, andererseits Trinet / Storanet mit der innovativen „Applikationstechnik“.

 

Der reguläre Verkauf von Produkten mit dem Wirkstoff Alpha-Cypermethrin endet am 31. Juli 2020. Die Anwendung ist bis 31. Juli 2021 erlaubt. Wir geben eine Übersicht:

 

Aufgrund des Zulassungsendes der Produkte mit dem Wirkstoff Alpha-Cypermethrin, werden diese im Österreichischen Pflanzenschutzmittel-Register, nur mehr unter der Rubrik „Beendete Zulassungen“ gefunden. Fastac Forst, Trinet P und Storanet dürfen noch bis zum Ende der Abverkaufsfrist am 31.07.2020 verkauft bzw. erworben werden. Die genannten Produkte sind bis zur Abverkaufsfrist, je nach Verfügbarkeit der großen Nachfrage, im Lagerhaus erhältlich.

 

Sie können die Produkte für die heurige und nächste Saison noch bis 31.07.2020 (Ende der Abverkaufsfrist) erwerben und bis 31.07.2021 (Ende der Aufbrauchsfrist) zum Schutz Ihrer Forstpflanzen verwenden.

 

Detailinformationen dazu erhalten Sie im Lagerhaus Spritzplan für Grünland/Forst, sowie von Ihrem sachkundigen Lagerhaus-Berater vor Ort.

 

Fastac Forst Reg.Nr. 3438

Storanet Reg.Nr. 3565

Trinet P Reg.Nr. 3625

Fangbaum, Prügelfalle und Borkenkäferfalle

 Fangbaum und Prügelfalle können selbstverständlich auch nach wie vor genutzt werden. Den Fangbaum oder die Prügelfalle mit einer Fastac Forst- (1–2 %ig) oder Karate Zeon-Lösung (0,2 – 0,4 %) behandeln und zusätzlich mit einem Pheromon (Pheroprax/Ipsowit) bestücken, um die Lockwirkung zu verstärken.

Borkenkäferfalle: Wer im Forst auf Chemieeinsatz verzichten möchte, für den ist die MultiWit® Borkenkäfer-Schlitzfalle in Kombination mit Pheromon zu empfehlen. Die Falle ist robust, preisgünstig und kann sowohl als Trocken- als auch als Nassfangfalle verwendet werden.

Schutz vor dem Rüsselkäfer

Zum Schutz der Aufforstungen gegen den Fraß von Rüsselkäfer bietet sich mit HyloPro® Rüsselkäferschutzkragen eine mechanische und damit chemiefreie Möglichkeit an. Der Schutzkragen wird entweder vor dem Setzen (z.B. bei Topfpflanzen) oder danach (z.B. bei wurzelnackten Pflanzen) um den Stamm der Pflanze gegeben. Dieser beeinträchtigt nicht das Wachstum der Pflanze. Erhältlich ist der Schutzkragen in den Materialien Polypropylen (sollte nach 3 – 4 Jahren entfernt werden) oder aus Bio-Kunststoff. Der Bio-Kunststoff kann an der Pflanze verbleiben und baut sich ohne Rückstände 100 % biologisch ab.

Verbissschäden: 3 vielversprechende Mittel

Kleine Tiere schädigen große Bäume – große Tiere schädigen kleine Bäume. Daher muss in der Jungwuchspflege auch darauf geachtet werden, dass Rehwild, Rotwild oder Gamswild und Hasen der Kultur keinen Schaden zufügen können.

Gegen Sommerverbiss gelangen flüssige, spritzbare Produkte zum Einsatz, da ein Streichmittel zu stark verkrusten und damit das Wachstum der Pflanze hemmen würde. Es sind zurzeit 3 interessante Produkte am Markt, Trico (4 l/1.000 Pflanzen), WAM flüssig (2–3 l/1.000 Pflanzen) und Certosan (0,5 kg/1.000 Pflanzen). Diese können sowohl gegen Sommer- als auch im Herbst gegen Winterverbiss in Laub- und Nadelgehölzen eingesetzt werden. Trico besitzt darüber hinaus eine Zulassung in Weinreben, Hopfen, Holunder, Mais, Sonnenblume, Soja und Raps. Beachten Sie aber, dass Trico unzureichend gegen Hasenfraß wirkt!

Ein sehr gutes Produkt gegen Hasenfraß ist Certosan (zugelassen für Forst-, Obst- und Ziergehölze).

Schälschutz und Fegeschutz

ommerschälung durch Rotwild kann zum Absterben des Baumes führen. Die Rinde wird oft samt Bast in langen Streifen rings um den Baum abgeschält. Auch kleinere Schälschäden können Eintrittspforten für holzzerstörende Pilze (z.B. Rotfäule bei Fichte) sein. Durch das Fegen wird die Rinde der Pflanzen verletzt, was durchaus in weiterer Folge zum Absterben derselben führen kann.  

Trico ist ein Produkt für beide Einsatzzwecke.

  • Als Fegeschutzmittel wird Trico mit einer  Aufwandmenge von 5 – 10 ml/Stamm unverdünnt gespritzt.
  • Als Schälschutzmittel wird eine Aufwandmenge von ca.  100 ml/Stamm (bei 15 cm Stammdurchmesser) empfohlen.

Die Ausbringung erfolgt am  besten mittels einer Rückenspritze mit Kegelstrahldüse. Ein vorheriges, zeitaufwendiges Aufasten der Bestände braucht nicht durchgeführt werden.

Produkte Registriernummern
Certosan Reg.Nr: 3011
Fastac Forst Reg.Nr: 3438
Karate Zeon Ref.Nr: 3061
Trico Reg.Nr: 2787
Trinet P Reg.Nr: 3625
Storanet Reg.Nr: 3565
Wam flüssig Reg.Nr: 2469

 

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ANDREAS DERLER
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