Landwirtschaft

Trends für den Bio-Anbau

expertentipp

Analyse von Dr. Hubert Spanischberger, Geschäftsführer BGA, über die aktuellen Trends der Bio-Kulturen.

Setzen Sie für eine erfolgreiche Ernte auf die richtige Bio-Kultur.

Setzen Sie für eine erfolgreiche Ernte auf die richtige Bio-Kultur.

Nach einem klimatisch und ackerbaulich herausfordernden Frühjahr ist die heurige Sommerernte
in Menge und Qualität doch deutlich besser ausgefallen als erwartet. Von vielen Kulturen ist ausreichend und zum Teil zu viel vorhanden (Stand Oktober 2020). Folgende Trends können wir aus heutiger Sicht für den kommenden Bio-Anbau feststellen:

Möglichst viel Brotweizen in der Fruchtfolge: Brotweizen aus Österreich hat sich durch die
Qualitätsausrichtung bei den Sorten einen guten Ruf erarbeitet. Um der steigenden Steinbrandgefahr
entgegenzutreten, achten Sie auf Sortenwahl sowie Gebrauchswertprüfung. Ziehen Sie darüber hinaus die Möglichkeit einer bio-tauglichen Beize in Betracht. Dies ist eine lohnende Investition im Vergleich zum Risiko einer energetischen Verwertung oder der aufwendigen Reinigung.

 

Durumweizen steigern: Laut AMA übersteigt die Nachfrage derzeit die Produktion. Deshalb kann die Fläche weiter ausgedehnt werden; aber nur auf gut nährstoffversorgten Flächen, um die Qualitäten  auch zu erreichen.

 

Dinkelflächen moderat steigern: Dinkelprodukte erfreuen sich weiterhin steigender Beliebtheit. Dennoch sollten die Flächen für die nächste Ernte mit Bedacht ausgewählt werden, um eine Wiederholung der Überangebotssituation des Jahres 2016 zu vermeiden und um auch auf die Steinbrandgefahr Rücksicht zu nehmen.


Roggen und Gerste nur mit Bedacht anbauen: Beides ist derzeit im Überfluss vorhanden.

 

Hafer: Auch Hafer ist durch die Vielzahl an Verarbeitungsmöglichkeiten eines der Modeprodukte in unserer Gesellschaft geworden. Besonders im Waldviertel könnte Qualitätshafer verstärkt in die Fruchtfolge aufgenommen werden.


Menggetreide nur mit Bedacht anbauen und die Komponenten vereinheitlichen: Deutliche
Flächensteigerungen der pflanzenbaulich sinnvollen Mischungen Getreide/Leguminose  (Unkrautunterdrückung und Stickstoffquelle) sowie die Anzahl an Mischungskomponenten und -verhältnissen überfordern die Mischfutterindustrie. Deswegen geben manche Mischfutterwerke für die Ernte 2021 neue Grenzen oder Empfehlungen in Menge und Eiweiß-Anteil:

 

  • Reduktion der Fläche um ca. 25 %.
  • Eiweißanteil im Erntegut des Menggetreides von mindestens 30 %.
  • Konzentration auf Wicke/Triticale oder Wicke/Weizen wird dringend empfohlen. Entsprechendes Saatgut ist in Ihrem Lagerhaus vorrätig.
  • Übermengen, Mischungen unter 30 % oder andere Mischungen (z.B. Erbse/Gerste) müssen voraussichtlich als Einzelkomponenten vermarktet werden.

 

Möglichst viele Leguminosen in der Fruchtfolge: Egal ob als Einzelkultur oder als Eiweißgemenge – alle sind willkommen und derzeit preislich stabil in einem sonst schwächelnden Markt. Kalkulieren Sie auch den Vorfruchtwert in Ihrer Deckungsbeitragsrechnung mit ein.

 

Sojabohnen: Die Lücke an heimischem Eiweiß besteht weiter, sodass wir von einer weiter stabilen Nachfrage ausgehen.

 

Probieren Sie auch Alternativen, wie Hirse in der Fruchtfolge (Vorsicht beim Stechapfel) oder Raps im Vertragsanbau mit neuen Möglichkeiten in der Schädlingsregulierung.

Eine Analyse von Dr. Hubert Spanischberger, Geschäftsführer BGA

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