Lagerhaus in meiner Region

Covid-Testung für MitarbeiterInnen organisiert

Nachricht vom 09.01.2021

Neben der Flächentestung, die vom Land Niederösterreich angeboten wird, organisieren das Lagerhaus Zwettl und die Privatbrauerei Zwettl gemeinsam eine kostenlose Covid-Testung für MitarbeiterInnen.

v.l.: Hans Bayr (GF Lagerhaus Zwettl), Herbert Schießwald (Betriebsrat Lagerhaus Zwettl), Isabella Schwarzinger (Human Resources Privatbrauerei Zwettl), Karl Schwarz (GF Privatbrauerei Zwettl)

v.l.: Hans Bayr (GF Lagerhaus Zwettl), Herbert Schießwald (Betriebsrat Lagerhaus Zwettl), Isabella Schwarzinger (Human Resources Privatbrauerei Zwettl), Karl Schwarz (GF Privatbrauerei Zwettl)

Die Organisation erfolgte über das AMZ (Arbeitsmedizinisches Zentrum). Wirtschafts- und Arbeiterkammer übernahmen die Finanzierung. Die verantwortlichen Geschäftsführer Karl Schwarz und Hans Bayr sprechen über die Krise, die Folgen und auch die Chancen, die diese bietet.

 

Corona hat die Arbeitswelt massiv verändert. Die Schlagworte Kurzarbeit, Homeoffice und Lockdown sind in aller Munde. Was bedeutet die Coronakrise konkret – vor allem wirtschaftlich – für Ihr Unternehmen?

 

Karl Schwarz: Durch den Wegfall der Gastronomie als wichtigen Absatzkanal sind uns in diesem Bereich knapp 50% der Umsätze abhandengekommen. Auch die Verkäufe an Festveranstaltungen – hier zusätzlich mit alkoholfreien Getränken und Wein – sind praktisch auf Null gestellt. Positiv zu vermerken sind die starken Zuwächse in dieser Zeit über den Lebensmittelhandel, die jedoch den Umsatzausfall bei weitem nicht kompensieren können. Konkret beträgt dieser im Geschäftsjahr 2020 rund 11 %.

 

Hans Bayr: Die regionale Grundversorgung – also Lebensmittel, Agrarbereich und Energie – konnte durchgehend aufrechterhalten werden. Unser Zustellservice bzw. auch Click & Collect werden gut angenommen und konnten weiter ausgebaut werden. Im traditionellen Bau- und Gartenmarkt verzeichnen wir aufgrund der Lockdowns Umsatzausfälle. Insgesamt liegen wir 2020 bei 3% Umsatzeinbußen. Aufgrund der zahlreichen Standbeine können wir 2020 dennoch mit einem akzeptablen Ergebnis abschließen.

 

Wie gehen Sie mit der aktuellen Situation in Ihrem Unternehmen um?

 

Hans Bayr: Die Arbeitsplätze im Lagerhaus konnten alle erhalten bleiben und sind abgesichert. Vorrangiges Ziel in den nächsten Monaten ist es, dass alle gesund bleiben – damit meine ich nicht nur unsere MitarbeiterInnen sondern in Folge auch unsere Kunden. Bei uns müssen die entsprechenden Hygienestandards verbindlich eingehalten werden.

 

Karl Schwarz: Durch die Inanspruchnahme von Kurzarbeit ist es uns bis dato gelungen, Kündigungen zu vermeiden. Als Unternehmen mit einer gesunden Kapitalausstattung werden wir auch die nächsten Monate auf diese Weise gut überstehen können. Inwieweit uns danach Betriebsschließungen in der Gastronomie als Folgeerscheinung belasten, lässt sich aktuell noch schwer abschätzen. Die Lage in der Gastronomie ist allerdings mittlerweile dramatisch.

 

Sie haben einen gemeinsamen Testtermin für Ihre MitarbeiterInnen organisiert. Wie wird das von den MitarbeiterInnen angenommen und sehen Sie sich als Vorbild für andere Unternehmen?

 

Karl Schwarz: Klarerweise handelt es sich bei einer Testung immer nur um eine Momentaufnahme. Durch eine wöchentlich wiederkehrende Anschlusstestung hoffen wir jedoch, eventuell positive Fälle aufdecken und vom Betrieb fernhalten zu können. So wie in der Gesamtbevölkerung, sehen wir leider auch in unserem Unternehmen bei einigen Wenigen eine doch vorhandene Skepsis gegenüber der Sinnhaftigkeit der Testung und auch einer hinkünftig angebotenen Impfung. Ich bedaure dies sehr und bin darüber wirklich verwundert. Dennoch hoffe ich, durch gute Aufklärungsarbeit von öffentlicher Seite und auch individuell in den einzelnen Betrieben hier einen Stimmungswandel mit unterstützen zu können.

 

Hans Bayr: Ich kann mich diesen Worten nur anschließen. Für mich als Geschäftsführer ist es Ziel der nächsten Monate, dass für uns alle die wöchentliche Testung zur Routine wird. Ich erwarte mir, dass dieses Angebot von allen MitarbeiterInnen angenommen wird. Mit dieser Vorgehensweise gewährleisten wir natürlich auch unseren zukünftigen wirtschaftlichen Erfolg.

 

Welche Lehren ziehen Sie als Führungsperson aus der aktuellen Situation?

 

Hans Bayr: Für mich war es eine durchaus positive Erfahrung, die Bestätigung zu bekommen, wie einsatzfreudig, engagiert und loyal unsere MitarbeiterInnen sind. Bei allen war die Bereitschaft gegeben, über den Tellerrand hinauszuschauen und Dinge in Angriff zu nehmen, die man davor vielleicht gar nicht für möglich gehalten hat.

 

Karl Schwarz: Positiv überrascht bin ich von der Flexibilität und kurzfristigen Anpassungsfähigkeit unserer MitarbeiterInnen bei verschiedensten Maßnahmen, die wir getroffen haben. Die richtige Form der Kommunikation ist wohl der entscheidende Faktor, wie man eine solche Krise gemeinsam bewältigen kann.

 

Es heißt immer: „Jede Krise bietet Chancen“. Wie sehen Sie das? Welche Erwartungen haben Sie an die Zeit danach?

 

Karl Schwarz: Obwohl grundsätzlich Optimist, sehe ich leider wenig Positives, das uns diese Krise als Chance bieten kann. Einzig die Hoffnung, dass sich die Gesellschaft im Gesamten in ihrem Umgang mit der Natur, den Ressourcen und auch dem wirtschaftlichen Streben nach immer Mehr besinnt und dieses kritisch hinterfragt. 

 

Hans Bayr: Die Zeit des Übergangs wird jetzt entscheidend werden. Es ist enorm wichtig, geplante Aktivitäten und Investitionen möglichst rasch in Angriff zu nehmen und somit keinesfalls ins Hintertreffen zu kommen. Investitionsförderungen der Öffentlichen Hand sind sinnvoll und werden hoffentlich von vielen Menschen genützt. Wir für unseren Teil werden im Jahr 2021 rund 9 Mio. an Investitionen tätigen, wobei ein Drittel davon auf Reparaturen entfällt. Als positiv empfinde ich das geschaffene Bewusstsein für die Regionalität, den Zusammenhalt und auch die dadurch wiedergewonnene Attraktivität des Lebens auf dem Land.

 

Die Privatbrauerei Zwettl und das Lagerhaus zeigen Verantwortung und setzen auch ein Zeichen für den Zusammenhalt von Unternehmen in der Region. Beim aktuell durchgeführten Schnelltest wurden von 435 Personen 3 Verdachtsfälle festgestellt. Mit dem sofortigen Fernbleiben vom Arbeitsplatz und einem PCR-Test unmittelbar im Anschluss wurden umgehend die erforderlichen Maßnahmen getroffen. Für die nähere Zukunft werden wöchentliche Testtermine ins Auge gefasst.