Inhaltsverzeichnis:
Der beste Zeitpunkt zum Bäume pflanzen
Der richtige Standort & Boden
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Baum richtig pflanzen
Die ersten Wochen: Anwurzeln & Pflege
Richtiges Umpflanzen von Bäumen
Häufige Fehler beim Bäume pflanzen vermeiden
Einen Baum zu pflanzen ist nicht nur eine Bereicherung für Ihren Garten, sondern auch ein wertvoller Beitrag für die Umwelt. Natürlich ist ein Baum je nach Sorte mit einem gewissen Pflegeaufwand (regelmäßiger Baumschnitt) verbunden. Zu den Vorteilen von Bäumen im Garten zählen aber auf jeden Fall:
In diesem Beitrag erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie einen Baum richtig pflanzen – von der Auswahl des passenden Standorts über das Einsetzen bis hin zur optimalen Pflege.
Bevor Sie einen Baum pflanzen, sollten Sie überlegen, welche Art am besten zu Ihrem Garten und Standort passt. Nicht jeder Baum gedeiht in jedem Boden oder Klima, und auch der Platzbedarf spielt eine wichtige Rolle. Der Pflegeaufwand spielt bei der Entscheidung ebenfalls essenziell.
Obstbäume versorgen den Gartenbesitzer mit gesundem Obst. Sie benötigen einen regelmäßigen Schnitt. Wie das geht, lesen Sie im Artikel "Obstbäume schneiden".
Andere Laubbäume wie Birken, Linden oder Ahorne benötigen wenig Pflege. Allerdings sorgen sie durch die abfallenden Blätter für viel Arbeit im Herbst. Im Artikel "Laub sinnvoll verarbeiten" gibt es die besten Tipps für die Verwendung der Blätter.
Die klassischen Nadelbäume im Garten sind Fichten, Tannen oder Kiefern. Gerade in der Winterzeit bringen die immergrünen Pflanzen etwas Farbe in den Garten. Bedenken Sie, dass es unter Nadelbäumen oftmals sehr trocken und dunkel ist. Der Boden wird zudem leicht "sauer". Untersuchen Sie Ihren Gartenboden mit unserem Bodentest und finden Sie heraus, was Ihr Boden benötigt.
Achten Sie auch auf die Wuchshöhe des Baumes. Den Apfelbaum gibt es z. B. als Niederstamm (4–5 m hoch), Halbstamm (5–7 m hoch) oder Hochstamm (8–10 m hoch). Bei Obstbäumen sollten Sie zudem auf die jeweilige Sorte achten, damit Ihnen das Obst nach der Ernte auch gut schmeckt.
Wann Sie Ihren Baum pflanzen sollten, hängt von der Baumart und davon ab, ob es sich um Wurzelware oder eine Container-Pflanze handelt. Die beste Jahreszeit zum Bäume pflanzen ist der Herbst.
Baum pflanzen im Frühling
Wurzelnackte Bäume oder Bäume mit Erdballen werden in der Regel im Frühjahr oder im Herbst gepflanzt. Zu den frostempfindlichen Pflanzen zählen z. B. Laubgehölze, Buchsbaum, Hibiskus, Rhododendron. Sie sollten auf jeden Fall im Frühling gepflanzt werden. Die Temperaturen dürfen nachts nicht mehr unter 0 °C sinken. Lesen Sie mehr über die Rhododendron-Pflege im Artikel "Rhododendron pflegen".
Container-Pflanzen können prinzipiell das ganze Jahr eingesetzt werden, da die Pflanze durch die im Topf gebildete Wurzelmasse sofort weiter wachsen kann. Der Boden darf nur nicht gefroren sein.
Baum pflanzen im Herbst
Die beste Zeit ist aber zwischen September und Ende Oktober/Anfang November, bevor der Frost kommt. Warum? Im Herbst ist es nicht mehr so heiß, die Pflanzen benötigen daher nicht mehr so viel Wasser. Der Boden ist außerdem noch warm. Darüber hinaus hat der Baum oder Strauch noch Zeit zum Anwurzeln, sofern es nicht gleich friert. Die Wurzelbildung ist im Herbst am stärksten. Im Frühjahr ist die Pflanze dann schon gut verwurzelt.
Überdenken Sie, wie mächtig der Baum in ein paar Jahren sein wird. Welchen Schatten wird der Baum in ein paar Jahren werfen? Werden Äste ins Nachbargrundstück hineinragen? Diese weiteren Punkte sollten Sie bei der Wahl des Standortes zudem beachten:
Bodenbeschaffenheit: Nicht jeder Baum gedeiht bei bestimmten Bodenverhältnissen gleich gut. Ein Bodentest kann Klarheit darüber bringen.
Sonneneinstrahlung beachten: Obstbäume haben es beispielsweise gerne sonnig und windgeschützt.
Abstand zu anderen Bäumen und Pflanzen einhalten, damit sie sich nicht gegenseitig beim Wachstum behindern. Beachten Sie, dass der Platzbedarf bei Flachwurzlern recht groß sein kann. Beispielsweise benötigen Süßkirschen einen Pflanzabstand von mind. 12 bis 14 m.
Am besten schauen Sie beim Kaufen auf das Etikett der Pflanze oder fragen einen Mitarbeiter aus Ihrem Lagerhaus. Suchen Sie die Pflanze aus, die mit dem neuen Standort am besten zurechtkommt und die Ihnen natürlich auch gefällt.
Wer sich für einen Baum entschieden hat, sollte diesen zügig in die Erde bringen. Vor dem Einsetzen kann man noch einen Erstschnitt vornehmen. Gehen Sie beim Pflanzen wie folgt vor:
1. Ein Pflanzloch ausheben: Heben Sie mit einem Spaten ein Loch aus, das im Durchschnitt doppelt so breit und tief ist, wie der Wurzelballen selbst. Die ausgeschaufelte Erde benötigen Sie dann wieder zum Zuschütten.
2. Erde lockern: Bevor Sie den Strauch oder Baum einsetzen, lockern Sie die Erde im Pflanzloch noch ein bisschen mit einer Harke auf. Das erleichtert den Wurzeln das Anwachsen. Ist der Boden lehmig, dann schütten Sie ein wenig Kies in die Grube, um die Wasserdurchlässigkeit zu verbessern. Bei Staunässe verfaulen die Wurzeln und die Pflanze überlebt nicht lange.
Bei Containerpflanzen lösen Sie vorsichtig den Wurzelballen vom Topf und reißen den Wurzelballen leicht auf. Wurzelballenpflanzen stellen Sie vor dem Einpflanzen ein paar Stunden ins Wasser. Das hilft beim Anwurzeln. In diesem Fall dürfen die Wurzeln einmalig triefend nass werden.
3. Baum einsetzen: Den Baum in die Grube stellen (geht am besten zu zweit). Der Wurzelballen sollte maximal 2 bis 3 cm mit Erde bedeckt sein.
4. Mit Erde auffüllen: Füllen Sie das Loch rund um die Pflanze mit der Aushuberde. Wenn Sie die ausgehobene Erde mit frischer Pflanzerde oder Kompost mischen, dann hat die Pflanze sofort einen guten Start. Eine Handvoll organischen Dünger (z. B. Hornspäne) können Sie der Erde zusätzlich beifügen. Effektive Mikroorganismen helfen, das Bodenleben zu fördern. So wird die Erde natürlich aufgelockert.
5. Erde andrücken: Jetzt die Erde rund um die Pflanze mit den Füßen flach andrücken. Aber bitte vorsichtig, damit die Wurzeln nicht verletzt werden. Bauen Sie rund um die Pflanze einen kleinen Erdwall auf, damit das Gießwasser nicht gleich abrinnt. Den Boden am besten mit Rindenmulch bedecken, das schützt vor vorzeitiger Austrocknung und beugt Unkrautwuchs vor.
6. Pflanzpfähle dazustellen: Bei größere Sträuchern oder Bäumen stellen Sie ins Pflanzloch einen Pfahl dazu. Dieser soll verhindern, dass die Pflanze beim nächsten Windstoß in Schieflage gerät. Wenn Sie einen Baum pflanzen, dann binden Sie den Stamm am Pfahl mit einem speziellen Baumband an. Am besten in Achterform, weil dann die Pflanze noch etwas Spielraum hat. Bei einem Strauch genügt es, den Pfahl so nahe wie möglich zu setzen. Der Baumstamm sollte parallel zum Pfahl stehen und nicht durch den Zug des Seils oder Bands verbogen werden.
7. Gießen: Mit der Gießkanne vorsichtig rund um die Pflanze gießen. Das Wasser soll langsam versickern und nicht gleich alles überschwemmen.
Tipp: Gemeinsam mit einer zweiten Person gelingt das Einpflanzen leichter. Alleine ist es gar nicht so einfach, die Pflanze gerade auszurichten, vor allem wenn der Strauch oder Baum schon etwas größer ist. Achten Sie darauf, dass die „schöne“ Seite immer die Ansichtsseite ist.
Noch ein Tipp: Kürzen Sie den Strauch gleich nach dem Einsetzen um 1/3. Das kostet sicher Überwindung, aber es regt den Strauch zu dichterem Wachstum an. Das Ergebnis folgt dann im Jahr darauf.
Nachdem der Baum gepflanzt wurde, beginnt die entscheidende Phase des Anwurzelns. In dieser Zeit benötigt er besondere Pflege, um sich optimal an seinen neuen Standort anzupassen und gesund zu wachsen. Das Anwurzeln kann unterschiedlich lang dauern und hängt von Baumart und Standort ab. Es können mehrere Jahre vergehen, bis ein Baum vollständig angewurzelt ist. Obstbäume benötigen z. B. zwei bis drei Jahre, bis diese ein kräftiges Wurzelsystem ausgebildet haben. Noch länger kann es bei Baumarten wie Eiche oder Ahorn dauern.
Vor allem in den ersten paar Monaten ist der Baum noch sehr empfindlich. Regelmäßige Wassergaben sind besonders wichtig, bis der Baum etwa ein oder zwei Jahre alt ist. Achten Sie darauf, dass der Wurzelballen feucht ist. Vermeiden Sie Staunässe. Tiefwurzelnde Bäume brauchen oft länger, während flachwurzelnde Arten schneller anwachsen.
Bei Obstbäumen sollten Sie direkt nach dem Kauf einen Pflanzschnitt durchführen. Mit dem ersten Obstbaumschnitt legt man die Grundlage für eine gute Kronenbildung. Mehr Tipps zum Thema Baumschnitt finden Sie in unserer Checkliste Gehoelzschnitt und Rosenschnitt und in unserem Artikel “Obstbäume schneiden: Alles, was Sie wissen müssen”.
Wer einen Obstbaum schneiden oder Sträucher stutzen möchte, sollte das richtige Werkzeug verwenden. Nur mit einem glatten, sauberen und exakten Schnitt bleibt das Obstgehölz gesund und kräftig. Wie Sie Gehölze richtig pflegen, erfahren Sie im Artikel "Pflege von Gehölzen".
Manchmal müssen Bäume auch neu umgepflanzt werden. Generell gilt, dass nach 4 Jahren Bäume nicht mehr umgesetzt werden sollten, da sonst zu viele Wurzeln verletzt werden. Es gibt verschiedene Gründe, warum Sie eine Pflanze versetzen müssen:
Mehr dazu lesen Sie im Artikel "Richtiges Umpflanzen von Bäumen und Sträuchern".
Vermeiden Sie diese Fehler beim Einsetzen von Bäumen:
Zu wenig oder zu viel Wasser: Ein trockener Boden behindert das Anwurzeln, aber Staunässe kann die Wurzeln schädigen.
Falsche Pflanztiefe: Wird der Baum zu tief oder zu flach gesetzt, kann dies das Wurzelwachstum beeinträchtigen.
Keine Stabilisierung: Junge Bäume mit dünnem Stamm sollten mit einem Stützpfahl gesichert werden, um Windbruch zu vermeiden.
Mit der richtigen Pflege in den ersten Jahren schaffen Sie die besten Voraussetzungen für einen gesunden und kräftigen Baum, der Ihnen über Jahre hinweg Freude bereitet.
Um Fehler beim Bäume pflanzen zu vermeiden, sprechen Sie auch mit Ihrem Lagerhaus-Fachberater vor Ort.
Besuchen Sie uns in einem Lagerhaus in Ihrer Nähe. Wählen Sie aus unserem umfangreichen Gartensortiment oder fragen Sie unsere Fachberater, welche Bäume für Ihren Standort geeignet sind.