Die guten und die bösen Engerlinge im Garten

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Der Name Engerling bedeutet „kleiner Wurm“ oder „Made“. Die Bedeutung klingt wenig sympathisch. Aber unter den Engerlingen gibt es auch Nützlinge. Daher sollte man den Unterschied zwischen den einzelnen Larven und Käfern kennen.

Da es auch gute Larven gibt, ist es wichtig den Unterschied zwischen bösen und guten Engerlingen zu kennen.

Da es auch gute Larven gibt, ist es wichtig den Unterschied zwischen bösen und guten Engerlingen zu kennen.

Die kleinen bösen Larven kommen nicht nur im Gemüse- und Blumenbeet vor. Sie finden sie auch in der Erde unter dem Rasen. Dort fressen sie die Wurzeln der Gräser und bringen diese zum Absterben. Im schlimmsten Fall kann man den Rasen einfach abziehen, weil keine Wurzeln mehr vorhanden sind. Dies kommt aber zum Glück selten vor. Im Gemüsebeet bevorzugen sie Kartoffeln, Erdbeeren, Salat und Jungpflanzen. 

 

Es gibt auch gute Larven. Sie fressen abgestorbenes Wurzelwerk und lockern die Erde auf. Daher ist es wichtig, nur die Schädlinge zu bekämpfen.

Maikäferlarven bewegen sich in Seitenlage und zählen zu den Schädlingen.

Maikäferlarven bewegen sich in Seitenlage und zählen zu den Schädlingen. © Getty Images

Larven erkennen

 

Beim Vertikutieren des Rasens oder beim Umgraben im Gartenbeet kommen die Engerlinge zum Vorschein. Die Larven zu erkennen, die wie kleine Würmer aussehen, ist nicht so einfach. Denn auf den ersten Blick ähneln sie einander stark. Sie können sie jedoch durch unterschiedliche Fortbewegungen und Größe erkennen.

 

  • Die Larven des Rosenkäfers bewegen sich in Rückenlage vorwärts und sind meistens c-förmig gekrümmt.
  • Maikäfer bewegen sich in Seitenlage und der Junikäfer auf dem Bauch.
  • Der Nashornkäfer ist leicht unter den Engerlingen zu finden, denn er kann bis zu 10 cm lang werden.

Der Nützling Rosenkäferlarve bewegt sich in Rückenlage vorwärts.

Der Nützling Rosenkäferlarve bewegt sich in Rückenlage vorwärts. © Getty Images

Nützliche Engerlinge

Rosenkäfer und Nashornkäfer zählen zu den nützlichen Engerlingen:

 

  • Die Larven des Rosenkäfers fressen abgestorbenes Wurzelwerk und lockern die Erde auf. Sie fördern den Abbau von organischem Material (Kompost) und bilden nützlichen Humus.
  • Die Larven des Nashornkäfers fressen z.B. abgestorbenes Holz.

Die Larven des Rosenkäfers lockern u.a. die Erde auf.

Die Larven des Rosenkäfers lockern u.a. die Erde auf. © Getty Images

Schädliche Larven

Die Larven der Mai-, Juni- und Gartenlaubkäfer gehören rasch entsorgt, bevor sie sich zu Käfern entwickeln.

 

  • Maikäfer-Engerlinge schädigen Pflanzen, vor allem im Wurzelbereich.
  • Die Larven des Junikäfers (Brachkäfer) beißen sich durch die Gräserwurzeln und können den Rasen massiv schädigen.
  • Auch die Engerlinge der Gartenlaubkäfer sind Spezialisten beim Zerstören der Rasenwurzeln.

Maikäfer-Engerlinge schädigen Pflanzen, vor allem im Wurzelbereich.

Maikäfer-Engerlinge schädigen Pflanzen, vor allem im Wurzelbereich. © Getty Images

Machen Sie den Engerlingen das Leben schwer

Damit der Garten von den „bösen“ Engerlingen verschont bleibt, können Sie im Vorfeld schon einiges tun:

 

  • Das Vertikutieren ist nicht nur für den Rasen wichtig, sondern auch für die Wurzeln. Altes Gras wird dadurch entfernt und der Rasen bekommt wieder mehr Luft. Die Engerlinge, sofern vorhanden, können Sie dadurch an die Oberfläche bringen und entfernen.
  • Vermeiden Sie im Garten eine Abendbeleuchtung, denn Käfer zieht es zum Licht und sie besiedeln Pflanzen. Decken Sie im Mai und im Juni eventuell das Gemüsebeet mit Insektenschutznetzen ab.
  • Nicht nur Engerlinge gehören entsorgt, sondern auch die bereits ausgewachsenen Käfer. Wenn Sie das nächste Mal durch den Garten gehen, dann schauen genau und entfernen die Tierchen von den Pflanzen. Die einzelnen Käfer zu unterscheiden ist nicht so schwierig: Den Rosenkäfer erkennt man anhand seines goldglänzenden Rückenpanzers. Die männlichen Nashornkäfer tragen ein nach hinten geformtes Horn, das einem Nashorn in Miniaturform ähnlich sieht. Die Weibchen haben einen kleinen Höcker auf dem Kopf.
  • Mit Nematoden (sind im Lagerhaus erhältlich) können Sie Larven vernichten.
  • Pflanzen Sie im Gemüsebeet Knoblauch, denn dieser Geruch schreckt die Tiere ab. Im Blumenbeet hat sich das Einsetzen von Geranien und Rittersporn bewährt. Da die Pflanzen für die kleinen Schädlinge giftig sind.
  • Wenn sich im Garten Igel angesiedelt haben, dann schätzen Sie sich glücklich, denn Engerlinge zählen zur ihren Leibspeisen. Ein vogelfreundlich gestalteter Garten ist ein weiterer Pluspunkt. Auch Vögel fressen gerne Engerlinge. Zu den natürlichen Fressfeinden zählen auch Maulwürfe und Mäuse. Mäuse möchte aber kein Gärtner im Garten haben, daher schauen Sie lieber, dass die sympathischeren Fressfeinde Ihre Grünoase besiedeln.

  

Möchten Sie mehr über Nützlinge und Schädlinge erfahren? Dann werfen Sie einen Blick in unser Nützlingslexikon und Schädlingslexikon.

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