
Einkochen leicht gemacht: Wie Sie richtig einkochen
In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Einkochen funktioniert, welche Lebensmittel sich dafür eignen und welches Zubehör Sie brauchen.
Was bedeutet Einkochen?
Einkochen ist eine bewährte Methode, um Lebensmittel haltbar zu machen. Dabei werden Obst, Gemüse, Fleisch, Eintöpfe oder auch Brot in speziellen Gläsern durch Erhitzen konserviert.
Die hohe Temperatur lässt ein Vakuum im Glas entstehen. Das verhindert, dass Luft und Mikroorganismen eindringen. So bleiben die Lebensmittel ungeöffnet über mehrere Monate – teilweise sogar Jahre – genießbar.
Das Einkochen eignet sich besonders gut für die saisonale Ernte, die man nicht sofort verbrauchen kann. Wichtig dabei, ist sauberes Arbeiten, die richtige Temperatur und die Frische der verwendeten Lebensmittel.

Einkochen, Einmachen, Einlegen – was ist der Unterschied?
Die Begriffe Einkochen, Einmachen, Einwecken und Einlegen werden im Alltag oft synonym verwendet. Dabei gibt es ein paar Unterschiede in der Bedeutung.
Einkochen bezeichnet das Konservieren von Lebensmitteln durch Erhitzen in einem geschlossenen Glas. Durch die Hitze entsteht ein Vakuum, das die Lebensmittel ohne Kühlung monatelang haltbar macht.
Der Begriff Einmachen wird eher umgangssprachlich für verschiedene Konservierungsmethoden genutzt. Darunter auch das Einkochen, aber ebenso das Einlegen oder Trocknen.
Das sogenannte Einwecken und Einrexen sind im Prinzip identisch mit dem Einkochen. Beide Begriffe beziehen sich jedoch speziell auf die Verwendung bestimmter Gläser der Marken Weck bzw. Rex.
Einlegen hingegen funktioniert ohne Erhitzen. Hier werden Lebensmittel in Flüssigkeiten wie Essig, Öl oder Salzlake eingelegt, um sie haltbar zu machen.

Welche Lebensmittel kann man einkochen?
Viele Obst- und Gemüsesorten können ideal konserviert werden. Es gibt aber auch Lebensmittel, die sich weniger gut oder gar nicht zum Einkochen eignen.
Was kann man einkochen?
Zum Einkochen eignen sich viele Lebensmittel. Diese sollten unbedingt frisch, reif und unbeschädigt sein. Nur so bleibt das Eingemachte möglichst lange haltbar.
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Obst wie Äpfel, Birnen, Kirschen, Pflaumen, Beeren oder Rhabarber – ideal für Kompott, Marmelade oder Fruchtmus.
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Gemüse wie Gurken, Bohnen, Tomaten, Paprika, Zucchini oder Kürbis – pur oder als pikante Mischungen wie Chutneys oder Saucen.
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Fertiggerichte wie Suppen, Eintöpfe, Gulasch oder Bolognese – ideal für die schnelle Küche.
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Fleisch und Wurst lassen sich ebenfalls einkochen, z. B. Braten, Frikadellen oder Leberwurst im Glas.
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Brot oder Kuchen im Glas – ungewöhnlich, aber möglich, wenn richtig zubereitet.

Was kann man nicht einkochen?
Nicht alle Zutaten sind zum Einkochen geeignet. Manche verderben schnell oder verändern Konsistenz und Geschmack negativ. Wenn Sie unsicher sind, ob ein Lebensmittel eingekocht werden kann, orientieren Sie sich an bewährten Rezepten.
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Milchprodukte wie Sahne, Quark oder Joghurt – sie gerinnen oder verderben.
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Gerichte mit Stärke (z. B. mit Mehl, Nudeln oder Reis) – sie können eine breiige Konsistenz entwickeln und die Haltbarkeit beeinträchtigen.
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Fette und Öle in größeren Mengen – fördern die Keimbildung und verhindern ein sauberes Vakuum.
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Blattgemüse wie Spinat oder Mangold – verlieren beim Kochen Struktur und werden oft unappetitlich.
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Rohes Ei – birgt ein höheres Risiko für Verderb oder Keimbildung
Grundausstattung für die Vorratshaltung im Glas
Wer mit dem Einkochen beginnen möchte, braucht keine Profiküche – eine einfache Grundausstattung reicht völlig aus. Entscheidend ist, dass alle Utensilien sauber, hitzebeständig und für das Einkochen geeignet sind.
Die besten Gläser zum Einkochen: Größen, Formen und Tipps
Herzstück jeder Einkochaktion sind die passenden Gläser. Am häufigsten werden klassische Schraubgläser oder Weckgläser mit Gummiring und Metallklammern verwendet. Beide Varianten sind hitzebeständig und sorgen bei richtiger Anwendung für ein sicheres Vakuum.
Wichtig ist, dass die Gläser sorgfältig gereinigt und sterilisiert sind. Je nach Inhalt bieten sich unterschiedliche Größen an. Kleine Gläser eignen sich gut für Marmeladen oder Pasteten, größere für Eintöpfe, Saucen oder Fleischgerichte.
Tipp: Gläser mit weiter Öffnung erleichtern das Befüllen und Entnehmen.

Einkochen mit Topf, Backofen oder Einkochautomat? – Geräte im Vergleich
Zum Einkochen können verschiedene Geräte verwendet werden. Ein einfacher großer Kochtopf mit Deckel reicht für den Einstieg völlig aus. Vorausgesetzt, die Gläser stehen stabil und sind von Wasser umgeben.
Wer regelmäßig größere Mengen einkocht, profitiert von einem Einkochautomaten. Diese elektrischen Geräte erhitzen das Wasser gleichmäßig und halten die gewünschte Temperatur konstant.
Auch der Backofen eignet sich. Dabei werden die Gläser in ein Wasserbad auf ein tiefes Blech gestellt. Diese Methode ist besonders bei kleineren Mengen beliebt.

Weiteres, nützliches Zubehör zum Einkochen
Neben Gläsern und einem geeigneten Gerät gibt es weiteres Zubehör, das Ihnen den Prozess erleichtert:
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Küchenzange hilft beim Herausnehmen der heißen Gläser
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Kochlöffel aus Holz oder hitzebeständigem Kunststoff
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Küchenpapier zum Reinigen der Glasränder
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Thermometer, um die Temperatur im Wasserbad genau zu kontrollieren
Wie funktioniert Einkochen?
Mit etwas Vorbereitung und der richtigen Methode lassen sich Lebensmittel sicher und lange haltbar machen. So funktioniert’s:
1. Gläser vorbereiten
Bevor es losgeht, sollten Gläser, Deckel und Gummiringe gründlich gereinigt werden. Säubern Sie alles gut. Geben Sie Gläser und Zubehör anschließend kurz in kochendes Wasser, um Keime zuverlässig abzutöten.
2. Einkochgläser befüllen und verschließen
Füllen Sie die vorbereiteten Lebensmittel in die sauberen Gläser. Achten Sie darauf, etwa 1–2 cm Platz bis zum Rand zu lassen. Verschließen Sie die Gläser direkt im Anschluss. Schraubgläser fest zudrehen, Weckgläser mit Gummi und Klammern fixieren.
3. Einkochen im Wasserbad oder Backofen
Stellen Sie die Gläser in einen Einkochtopf oder einen großen Kochtopf mit Wasser. Die Gläser sollten etwa zu drei Vierteln im Wasser stehen.
Alternativ können Sie auch im Backofen einkochen. Geben Sie dafür Ihre Gläser in ein tiefes Backblech mit Wasser.

4. Gläser beschriften und richtig lagern
Nach dem Einkochen sollten die Gläser vollständig abkühlen. Beschriften Sie die Gläser anschließend mit Inhalt und Datum. Lagern Sie Ihre Vorräte kühl, dunkel und trocken, zum Beispiel im Keller oder der Speisekammer.

Tipps zum Konservieren: Haltbarkeit, Lagerung & Hygiene
Damit eingekochte Lebensmittel auch lange halten, kommt es auf ein paar wichtige Grundregeln an. Mit den folgenden Tipps gelingt das Einkochen garantiert.
Hygiene: Sauberkeit ist das A und O
Beim Konservieren ist Hygiene absolut entscheidend, um das Eindringen von Keimen oder Schimmel zu verhindern. Verwenden Sie nur einwandfreie und frische Lebensmittel und arbeiten Sie mit sauberem Werkzeug. Sterilisieren Sie Gläser, Deckel und Gummiringe vor dem Befüllen.
Auch die Arbeitsflächen und Ihre Hände sollten gründlich gereinigt sein. Beim Befüllen der Gläser empfiehlt sich ein Trichter, um Verunreinigungen am Glasrand zu vermeiden.
Lagerung: Kühl, dunkel und trocken
Eingekochte Vorräte lagern Sie am besten kühl, lichtgeschützt und trocken. Dafür eignen sich Keller, Vorratskammer oder kühle Küchenschränke. Direkte Sonneneinstrahlung oder starke Temperaturschwankungen können die Haltbarkeit negativ beeinflussen. Gläser sollten außerdem stehend gelagert werden – am besten so, dass das Etikett gut sichtbar ist.

Haltbarkeit: So lange sind eingekochte Lebensmittel genießbar
Richtig eingekochte Lebensmittel halten sich in der Regel zwischen sechs Monaten und zwei Jahren. Die Haltbarkeit ist allerdings abhängig von Inhalt, Zubereitung und Lagerung. Obstkompott oder Marmeladen bleiben oft über ein Jahr aromatisch. Während eingekochtes Fleisch oder Eintöpfe meist innerhalb von sechs bis zwölf Monaten verbraucht werden sollten.
Ob Ihre eingekochten Lebensmittel noch gut sind, erkennen Sie folgendermaßen:
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Bei Schraubgläsern sollte der Deckel nach innen gewölbt sein und beim Öffnen mit einem deutlichen „Plopp“ aufspringen. Das ist ein Zeichen für ein intaktes Vakuum.
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Bei Weckgläsern dürfen sich die Klammern nicht zu leicht entfernen lassen, wenn das Vakuum intakt ist. Nach dem Öffnen sollten Sie zudem einen kleinen Widerstand spüren.
Tipp: Beschriften Sie jedes Glas nach dem Einkochen mit Inhalt und Datum. So behalten Sie den Überblick und können ältere Vorräte gezielt zuerst verbrauchen.

Einfache Rezepte zum Einkochen
Beim Einkochen gibt es viele Möglichkeiten für kreative Rezepte – egal ob süß oder herzhaft. Besonders beliebt sind Klassiker wie Marmelade oder Kompott.
Wer es herzhaft mag, kann Saucen wie Tomatensugo oder Kürbis-Ketchup selbst herstellen.
Für alle, die gerne deftig essen, eignet sich selbstgemachte Leberpastete. Auch Eintöpfe, wie Linsensuppe oder Bolognese, lassen sich lange haltbar machen – ideal für schnelle Gerichte unter der Woche.
Viele weitere saisonale Rezepte finden Sie in unserem Ratgeber.
Fazit: Selbstgemachte Vorräte – nachhaltig und vielseitig
Einkochen ist eine bewährte Methode, um Lebensmittel schonend und lange haltbar zu machen. Ob süße Marmeladen, herzhafte Saucen oder sättigende Eintöpfe – mit der richtigen Technik und ein wenig Übung lassen sich saisonale Köstlichkeiten optimal konservieren. Dabei spart man nicht nur Geld und reduziert Lebensmittelverschwendung, sondern sorgt auch für gesunde, selbstgemachte Vorräte ohne Zusatzstoffe.
Wichtig sind sauberes Arbeiten, die passenden Gläser und eine genaue Einhaltung der Einkochzeiten. So gelingt das Haltbarmachen sicher und die selbst eingemachten Schätze können über Monate genossen werden.