Gesundes Wohnen - Bauen und leben ohne Schadstoffe

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Wir verbringen fast 90 % unserer Zeit in Innenräumen, davon die meiste Zeit im eigenen Zuhause. Warum auch nicht? Daheim fühlen wir uns einfach am wohlsten und am sichersten. Dabei wissen nur wenige von uns, dass gerade die eigenen 4 Wände eine Gefährdung für die Gesundheit darstellen können.

Ein sicheres und gesundes Zuhause für die ganze Familie.

Ein sicheres und gesundes Zuhause für die ganze Familie. © GettyImages

In diesem Beitrag erfahren Sie:

  • Die Bedeutung des Begriffs „Wohngesundheit“
  • Mögliche Schadstoffe und Quellen
  • Wissenswertes zu Baustoffen und Materialien
  • Unterschied zwischen wohngesundem, ökologischem und nachhaltigem Bauen liegt

Wohngesundheit einfach erklärt

Gesund wohnen bedeutet: Der Einsatz von schadstofffreien Baustoffen und Materialien beim Bauen oder Sanieren und die fachgerechte Verarbeitung bzw. Montage.

 

Geruchintensive Schadstoffe können leicht bemerkt, die Ursache erkannt und anschließend beseitigt werden. Dennoch gibt es viele Materialien, bei der die Gefahr weder gerochen, noch mit freiem Auge erkannt werden kann – und die doch eine erhebliche Belastung für die Gesundheit und das Raumklima darstellen.

Welche Schadstoffe gibt es?

Man unterscheidet zwischen 3 verschiedenen Belastungsarten:

 

  • chemische
  • biologische
  • physikalische

 

Zu den chemischen Belastungen zählen VOC (flüchtige organische Verbindungen), die beispielsweise in Lösungsmitteln, Farben und Lacken enthalten sein können.  Neben den verarbeiteten Materialien selbst können auch andere Emissionen die Raumluft „verschmutzen“. Beispielsweise führen Zigarettenrauch und Raumsprays zur Luftverunreinigung, da darin das sogenannte Formaldehyd vorkommt. Auch Asbest gehört zu dieser Gruppe von Schadstoffen.

 

Von biologischen Belastungen spricht man unter anderem bei Schimmel oder Bakterien in Klimaanlagen und Luftbefeuchtern.

 

Zu guter Letzt gehört auch Elektrosmog zu den potenziellen Belastungen, die unsere Wohnqualität erheblich beeinflussen können. Die elektromagnetische Strahlung ist den physikalischen Schadstoffen zugeordnet. Mögliche Quellen sind elektrische Geräte, wie zum Beispiel Fernseher, Computer, Mobiltelefone, aber auch Sendemasten in der näheren Umgebung des Hauses.

Die Wahl des richtigen Putzes und der richtigen Farbe beeinflussen das Raumklima maßgeblich.

Die Wahl des richtigen Putzes und der richtigen Farbe beeinflussen das Raumklima maßgeblich. © Getty Images

Die Wahl des richtigen Materials

Die beste Voraussetzung für wohngesundes Bauen und Wohnen ist, Schadstoffe gar nicht erst ins Eigenheim zu lassen. Besonders bei Materialien, mit denen wir tagtäglich in Berührung kommen. Deswegen heißt es:  Augen auf bei der Wahl der Baustoffe bzw. verarbeitenden Produkten. Die Lagerhaus Experten beraten Sie gerne.

 

Nicht nur ausreichend Licht und der richtige Farbton beeinflussen das Raumgefühl, sondern auch der richtige Putz und Anstrich. Denn diese können viel zum Feuchtigkeitsausgleich zwischen Wand und Luft beitragen. Somit sorgen sie für ein angenehmes Raumklima. Leimanstriche gehören zu den wasserlöslichen und baubiologisch empfehlenswerten Anstrichen. Sie sind optimal für den Wohnbereich und enthalten ausschließlich ungiftige, organische Stoffe (Achtung für Nassräume ungeeignet). Kalkfarben hingegen zählen zu den Anstrichklassikern für innen und außen und ergeben eine schöne raue Oberfläche. Zudem kann sie auf sämtliche Arten von Putzen, Wänden und Decken aufgebracht werden. Aufgrund ihrer basischen Beschaffenheit wirken sie desinfizierend und pilzhemmend – also ideal für Küche und Bad. Die Wahl des richtigen Anstrichs ist auch vom jeweiligen Untergrund abhängig.

 

Darüber hinaus darf auch die Wirkung des richtigen Dämmstoffes nicht unterschätzt werden. Eine gute Dämmung dient nicht nur für einen guten Wärme- und Lärmschutz. Sie sorgt für ein behagliches Raumklima und wirkt feuchteregulierend. Nicht zuletzt hat der Dämmstoff bemerkenswerte Auswirkung auf die Energiekosten eines Hauses.

Nehmen Sie Ihr Zuhause unter die Lupe!

  • Bevor Sie mit einer Sanierung starten, lassen Sie eine thermografische Analyse ihres Eigenheims durchführen. Durch die Begutachtung mittels Infrarotkamera können schnell und effizient Wärmebrücken und Ursachen für einen erhöhten Energieverbrauch aufgedeckt werden.
  • Achten Sie auch beim Möbelkauf auf die verarbeiteten Materialen. Denn auch verwendete Kleber und Lacke können eine Unverträglichkeit hervorrufen.
  • Achten Sie auf Prüfzeichen und Umweltsiegel! Wer Produkte mit anerkannten Prüfsiegeln wie dem Umweltzeichen „Blauer Engel“ oder bestimmte TÜV-Siegel wählt, hält sein Zuhause zukünftig frei von gesundheitsschädlichen Ausdünstungen.

Mit wenig Aufwand zum Wohlfühlklima

Die Qualität der Raumluft hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Neben der Jahreszeit entsprechenden Raum-Luftfeuchtigkeit kann auch richtiges Heizen und gezieltes Lüften zu einem angenehmen Raumklima beitragen und Schimmelbildung vorbeugen. Dabei sollten Sie folgende Ratschläge berücksichtigen:

 

  • Mehrmals täglich das Fenster für einige Minuten ganz öffnen und durchlüften. So kommt schnell frische Luft in den Wohnraum und der Raum kühlt dabei nicht unnötig ab. Das verkürzt wiederum die Aufheizzeit und es wird weniger Energie zum Heizen benötigt.
  • Sorgen Sie für ausreichend Luftaustausch, indem Sie auch Innentüren zu den gelüfteten Räumen offen halten.
  • Vermeiden Sie dauerhaft geöffnete bzw. gekippte Fenster

Gut zu wissen: Wohngesund, ökologisch, nachhaltig

Im Idealfall sind die verwendeten Baustoffe nicht nur schadstofffrei, sondern zugleich auch ökologisch und noch besser nachhaltig. Ist doch alles das gleiche, nicht wahr? So ist es leider nicht. Gerne werden die 3 Begriffe aber synonym verwendet.

 

Wohngesunde, also gesundheitsungefährliche Baustoffe, können, müssen aber nicht ökologisch sein.  Oftmals wird der Begriff „ökologisches Bauen“ mit „wohngesundem Bauen“ gleichgesetzt. Das beruht daher, dass viele ökologische Baustoffe weniger Schadstoffe enthalten, als andere. Denn bei dieser Art von Materialien wird darauf geachtet, möglichst viele nachwachsende Stoffe (Holz, Schafwolle, Hanf,…) zu verarbeiten und somit die Ressourcen zu schonen. Aber auch ressourcenschonende Materialien können direkt oder indirekt gesundheitsbeeinträchtigend sein.  Beispielsweise benötigt Holz Pflege, um vor Schimmel und Verwitterung zu schützen. So kann es sein, dass die verwendeten Pflegemittel nicht besonders wohngesund sind. Aluminium hingegen ist immun gegen Schimmel, aber nicht ökologisch.

 

Und dann war da noch der Begriff „nachhaltig“. Das Thema Nachhaltigkeit ist etwas umfassender. Denn Ökologie ist nur einer von 3 Teilen, die das Wort beschreiben. Hinzu kommen noch die Begriffe Ökonomie und sozial. Das bedeutet, dass nur ressourcenschonende, nachwachsende Stoffe verwendet werden und gleichzeitig so gewirtschaftet wird, dass spätere Generationen nicht dafür bezahlen müssen. Darüber hinaus spielt dabei ein fairer und gerechter Umgang miteinander eine zentrale Rolle.

Unser Fazit

Um gesund zu wohnen, empfehlen wir folgende Punkte zu berücksichtigen:

 

  • Auf gesundheitsunschädliche Alternativen bei der Produktauswahl für das Bau- oder Sanierungsprojekt zurückgreifen.
  • Achten Sie bei den Baustoffen und verarbeitenden Materialien auf Prüf- und Umweltzeichen
  • Schon bei der Planung den genauen Bedarf definieren: Gibt es Schwangere, Kinder, erkrankte oder ältere Menschen im Haushalt?
  • Richtiges Nutzerverhalten betreffend Lüften und Verwendung von Klimaanlagen und Luftbefeuchtern, um Schimmel vorzubeugen
  • Bestandsaufnahme des Gebäudes, um mögliche Wärmebrücken aufzudecken und Schimmel frühzeitig zu erkennen
  • Reduzierter Gebrauch von Elektrogeräten (zum Beispiel auf TV-Geräte und Handy im Schlafzimmer verzichten)

Eine umfassende Beratung und mehr Informationen rund um das Thema Bauen erhalten Sie in einem Lagerhaus in Ihrer Nähe. Unsere Mitarbeiter kümmern sich gerne um Sie!

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