Tolle Knollen und Wurzeln

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Knollen und Wurzelgemüse sind leicht zu ziehen und meist lange haltbar. Richtig gelagert, können Sie sie über den ganzen Winter genießen.

Auch in der Suppe dürfen sie nicht fehlen: Karotten und gelbe Rüben. Auch Pastinaken, Sellerie, Radieschen und Petersilie gehören zu den Wurzel- und Knollengemüsesorten.

Auch in der Suppe dürfen sie nicht fehlen: Karotten und gelbe Rüben. Auch Pastinaken, Sellerie, Radieschen und Petersilie gehören zu den Wurzel- und Knollengemüsesorten. © Getty Images

Wichtiges Wurzelwachstum

Für ein gutes Wachstum ist ein gleichmäßig feuchter Boden wichtig. Durch Mulchen mit Grasschnitt schützen Sie die oberste Bodenschicht vor Austrocknung. Die von uns so begehrten Wurzeln haben bestimmte Funktionen: Sie dienen der Verankerung im Boden und nehmen ihrerseits über feine Wurzeln Wasser und Nährstoffe auf. Die dicken Hauptwurzeln sind Speicherorgane der Pflanzen, in denen sie vor allem Kohlenhydrate, Vitamine und Mineralstoffe einlagern. Derart ausgerüstet, überstehen Knollen- und Wurzelgemüse Trockenperioden und auch die kalte Jahreszeit.

Süße Karotten

Karotten keimen recht langsam. Bis sich die ersten Pflänzchen zeigen dauert es meist 3 - 4 Wochen. Frühe Sorten säen Sie ab Ende Februar in einer Rille aus und bedecken sie mit Erde. In trockenen Regionen kann die bedeckende Schicht bis 2 cm hoch sein. Damit sie gerade wachsen und sich leicht aus der Erde ziehen lassen, brauchen alle Rüben einen lockeren, sandig-humosen Boden. Wenn die feinen, möglichst dünn gesäten Samen gekeimt haben und heranwachsen, vereinzeln Sie sie auf 3 bis 5 cm (Reihenabstand 20 cm). Weitere Aussaaten ermöglichen Ihnen eine laufende Ernte. Ab Ende Mai bis Ende Juni können Sie späte Sorten anbauen, die sich bis in den Frühwinter frisch ernten und danach einlagern lassen. Die Gelbe Rübe und die Wurzelpetersilie kultivieren Sie wie die Karotte.

 

Zur Ausbildung schöner Rüben ist gleichmäßige Feuchtigkeit wichtig. Mit einem luftigen Standort beugen Sie Möhren- und Zwiebelfliegen vor. Auch das Pflanzen in Mischkultur mit Zwiebel und Lauch hält Ihre Karotten gesund.

Karotten sind generell gute Nachbarn für andere Gemüsesorten, etwa in Kombination mit Radieschen, Schnittsalat, Mangold oder Erbsen.

Karotten sind generell gute Nachbarn für andere Gemüsesorten, etwa in Kombination mit Radieschen, Schnittsalat, Mangold oder Erbsen. © Getty Images

Petersilie mit Wurzel

Petersilie ist für alle Köchinnen und Köche eines der am häufigsten verwendeten Küchenkräuter, daher können Sie nie genug davon haben. Die Blätter sind reich an Vitamin C. Sie sollten sie möglichst frisch verarbeiten. Getrocknet verlieren sie stark an Aroma. Die Wurzelpetersilie ist eine spezielle Sorte, die eine dicke Speicherwurzel ausbildet. Feuchte, humose und mäßig nährstoffreiche Plätze sind für jede Petersilie ideal. Sie gedeiht aber auch im Halbschatten gut. Pflanzen oder säen Sie aber nie Petersilie auf Petersilie – dann gedeiht sie nicht! –, sondern wechslen Sie jedes Jahr den Platz.

 

Gefragte Pastinaken

Sie haben den Ruf als Suppengrün, werden aber immer mehr auch in der Gourmetküche verwendet: Pastinaken schmecken roh wie gedünstet sehr gut. Ihre Samen brauchen wie jene der Karotten bis zu 3 Wochen und länger zum Keimen. Bei den Wurzeln gibt es einen Trick: Säen Sie ein paar Radieschen-Samen mit aus, die innerhalb von wenigen Tagen keimen und die Saatreihen rasch sichtbar machen. Der beste Geschmack kommt übrigens erst mit dem Frost: Ernten Sie daher Ihre Pastinaken portionsweise den ganzen Winter über. Eine Abdeckung aus Laub oder Stroh schützt die Wurzeln vor schweren Frösten.

Rund und gesund: Knollensellerie und Rote Rübe

Sellerie bildet besonders große Knollen aus, wenn Sie sie hoch in die Erde setzen. Die kälteempfindlichen Jungpflanzen dürfen Sie aber erst nach den Eismännern ins Freie setzen. Eine Prise Kochsalz, auf das Beet gestreut, tut der Sellerie gut. Im Spätherbst sind die Knollen fertig ausgereift. Ernten Sie sie vor den ersten starken Frösten. Die Knollen eignen sich gut für eine Lagerung im Keller. Knollensellerie, oft auch einfach Zeller genannt, schmeckt roh oder gekocht als Salat sowie gebacken oder in der Suppe. Die zarten Blätter können Sie zum Würzen verwenden.

Auch Rote Rüben entwickeln sich oberhalb der Erde. Auf stets feuchtem Boden mit mittlerem Nährstoffgehalt und im Halbschatten können Sie reiche Ernte erwarten. Wenn Sie regelmäßig mulchen, tragen Sie dazu bei, die Erde feucht zu halten. Die Rote Rübe versorgt Sie im Winter mit Vitamin B, Kalium, Eisen und Folsäure. Der Farbstoff Betanin verleiht der Knolle ihre intensive Färbung.

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"Indianerkartoffel" oder Topinambur

Auch sie gehört zum Knollengemüse: Topinambur. Die sogenannte "Indianerkartoffel" aus Nord- und Mittelamerika wurde im 16. Jahrhundert in Europa verbreitet und später von der Kartoffel verdrängt. Die Sonnenblumen-Art bildet süß schmeckende, kohlehydratreiche Knollen aus, die sich von Juli bis Oktober entwickeln. Wie Erdäpfel können Sie Topinambur für Aufläufe, Suppen, als Püree oder gebraten als Chips verwenden. Seinen Ausbreitungsdrang dürfen Sie allerdings nicht unterschätzen! Topinambur treibt Ausläufer und wird bis zu 2,5 Meter hoch. Mit einer Wurzelsperre in Form eines Betonrings oder einer Folie in der Erde können Sie ein Überhandnehmen im Garten verhindern.

Raritäten: Erdmandeln und Okra

Noch selten angebaut, aber nicht minder interessant sind Erdmandel und Okra. Die erbsengroßen Erdmandeln, auch Tigernüsse genannt, schmecken nach Mandeln oder Haselnüssen. Sie entstehen an den unterirdischen Ausläufern eines Sauergrasgewächses. Das Gras stammt aus dem Mittelmeergebiet, ist nicht winterhart und braucht milde sommerliche Temperaturen und reichliche Bewässerung. Die ca. 60 cm hohe Pflanze wuchert wie Topinambur stark. Der Ausbreitungsdrang stört aber nicht, da sie ohnehin im Winter erfriert.

 

Okra ist der Peruanische Sauerklee und wird, ähnlich wie die Kartoffel, angebaut. Die Spitzen der stark verzweigten Wurzeln enden in fleischigen Knollen, die mit kleinen Blattschuppen bedeckt und weiß bis grünlich oder rötlich sind. Sie ernten sie am besten erst nach dem ersten Frost. Sie können sie kühl bis ins Frühjahr lagern. Lassen Sie sie im Boden, treiben sie im nächsten Jahr wieder aus. Die jungen Okrablätter essen Sie wie Salat; sie schmecken allerdings sehr sauer. Die Knollen hingegen sind nur wenig bis gar nicht sauer.

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