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Generalversammlung Obersteirische Molkerei 2024

Generationswechsel in der Obersteirischen Molkerei

Die Obersteirische Molkerei zieht Bilanz über ein herausforderndes Geschäftsjahr und begrüßt elf neue Vorstandsmitglieder

Obmann ÖR Jakob Karner berichtete vom extrem fordernden Geschäftsjahr 2023. Inflation, hohe Energiekosten und Absatzeinbrüche im hochpreisigen Produktsortiment brachten den Erzeugermilchpreis enorm unter Druck. Dieser musste zur Kurskorrektur schließlich nach unten angepasst werden. Dem enormen Einsatz der OM-Vertriebsmannschaft zur Erschließung neuer Absatzkanäle, der konsequenten Straffung der Kostenstruktur sowie der beginnenden leichten Nachfragesteigerung nach Bio- und Premium-Produkten war es schließlich zu verdanken den Erzeugermilchpreis gegen Jahresende wieder leicht anzuheben.

Alle Milchlieferanten der OM produzieren mittlerweile nach dem sehr hohen freiwilligen Tierwohlstandard „AMA Tierhaltung Plus“

Karner betonte außerdem die Notwendigkeit der weitsichtig getätigten Investition bei dem OM-Töchtern - diese tragen jetzt nachhaltig Früchte und liefern einen wichtigen Betrag zum Ergebnis des Unternehmens. Sowohl Landforst als auch Öforst konnten im vergangenen Jahr trotz des herausfordernden Umfelds hervorragende Ergebnisse erwirtschaften.

Der Obmann bedankte sich bei allen Mitarbeitern der Unternehmen sowie den Führungskräften für den enormen Einsatz zur Bewältigung dieser Herausforderungen. Durch die eingeleiteten Maßnahmen ist er zuversichtlich, den Mitgliedern zur Deckung der massiven Kostensteigerungen wieder einen angemessenen Erzeugerpreis auszahlen zu können.

OM Geschäftsführer Mag. (FH) Michael Riegler berichtete über eine erstmals leicht rückläufige Milchanlieferung im Vorjahr. Bemerkenswert ist der hohe Anteil an Spezialmilch wie Bio- oder Heumilch, der von 53% der Betriebe im Einzugsgebiet der Obersteirischen Molkerei produziert wird. Die Vermarktung dieses hochwertigen, aber auch hochpreisigen Rohstoffs erwies sich 2023 als besonders herausfordernd, da die Nachfrage der Konsumenten nach Premiumprodukten unter anderem inflationsbedingt massiv eingebrochen war.

Die hohen KV-Abschlüsse und die sich zunehmend stabilisierende Inflation steigerten gegen Jahresende wieder langsam das Interesse der Konsumenten am hochpreisigen Käsesortiment der OM. Riegler ist überzeugt, dass durch die eingeleiteten Maßnahmen eine nachhaltige Trendwende gelingt.

Die Obersteirische Molkerei ist bekannt für seine hervorragenden Käse-Spezialitäten. Auch heuer konnte dieses enorm hohe Qualitätsniveau beim World Championship Cheese Contest in Wisconsin eindrucksvoll bestätigt werden. Die Obersteirische Molkerei freute sich über das historisch beste Ergebnis unter anderem mit dem ersten Platz für den OM Bio Berghütten Käse.

Für das laufende Jahr ist Riegler vorsichtig optimistisch. Er sieht eine leichte Entspannung bei der Vermarktung des Hochpreissegments und setzt unter anderem auf Erschließung neuer Absatz-Märkte.

Für Landforst Geschäftsführer Dir. Ing. Dieter Hölzl war klar, dass das Spitzenjahr 2022 nicht wiederholbar sei. Umso erfreulicher ist es, dass das Landforst Lagerhaus im abgelaufenen Jahr trotz aller Verwerfungen am Markt dennoch ein sehr erfreuliches Betriebsergebnis erwirtschaften konnte. In den Sparten Agrar und Energie hatten sich die Preisniveaus wieder eingependelt, seit dem Vorjahr steht die Bauwirtschaft jedoch unter massivem Druck. Das hohe Zinsniveau, die verschärften Auflagen für die Kreditvergabe, die Inflation sowie die hohen Grundstückspreise haben den privaten Hausbau fast völlig zum Erliegen gebracht. Diesen österreichweiten Trend musste man auch in der Landforst mit einem erheblichen Umsatzrückgang zu Kenntnis nehmen.

Im Einzelhandel konnte das hohe Niveau des Vorjahres wieder erreicht werden, dennoch ist beim Einkaufsverhalten ein erhöhtes Kostenbewusstsein der Kunden zu beobachten.

Sehr erfreulich entwickelte sich die Sparte Lebensmittel dank des Neubaus des Lebensmittelmarktes Möderbrugg sowie der jahrelangen professionellen Partnerschaft mit dem Lebensmittel-Spezialisten Spar.

Ein Meilenstein für die Landforst war zweifelsfrei die Errichtung des Landforst Agrarcenters in Spielberg. Die in die Jahre gekommenen Agrarstandorte Pausendorf und Knittelfeld konnten die gesetzlichen Auflagen nicht mehr erfüllen und waren auch technisch überholt. Mit der bisher größten Investition in der Geschichte der Landforst wird man künftig den Anforderungen der modernen Landwirtschaft gerecht werden. Der 2023 errichtete Standort wurde am 29. Februar 2024 offiziell seiner Bestimmung übergeben.

Sehr bemerkenswert entwickelte sich der Forstmaschinen-Profi Öforst. Mit 131 verkauften Maschinen konnte 2023 der Spitzenumsatz des Vorjahres erneut um 27% gesteigert werden und ein Rekordergebnis erwirtschaftet werden. Dir. Hölzl gratulierte dem ÖFORST Team rund um Geschäftsführer Ing. Freitag sehr herzlich zu dieser außergewöhnlichen Leistung.

Dir. Hölzl bedankte sich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, den Kollegen der Verwaltung und dem Spartenleiterkreis für den außerordentlichen Einsatz in dieser schwierigen Zeit, dem Betriebsrat für das konstruktive Miteinander und den Eigentümervertretern für das Mittragen der zukunftsweisenden Entscheidungen. Besonderen Dank richtete er an alle Bäuerinnen und Bauern für ihre Einkäufe und die Treue zum eigenen Unternehmen.

Gemäß Genossenschaftsstatuten stand im heurigen Jahr wieder eine Neuwahl des Vorstands am Plan. Der Wahlvorschlag unter der Führung des amtierenden Obmanns ÖR Jakob Karner wurde von der Generalversammlung einstimmig bestätigt. Herzlichen Glückwunsch an alle neuen Funktionäre zur Wahl und alles Gute für diese verantwortungsvolle Tätigkeit.

Mit dieser Wahl wurde in der Obersteirischen Molkerei auch ein Generationswechsel vollzogen. Elf verdiente Vorstandsmitglieder zogen sich aus ihrer Tätigkeit zurück und gaben ihre Funktion in jüngere Hände. Wir bedanken uns bei allen ausgeschiedenen Funktionären für die gute und konstruktive Zusammenarbeit. Der Raiffeisenverband Steiermark zeichnete sie im Rahmen der Generalversammlung mit der Ehrennadel des Raiffeisenverbandes aus.

Generalversammlung Obersteirische Molkerei 2024

RWA Generaldirektor Dr. Johannes Schuster freute sich in seinen Grußworten über die gute und konstruktive Zusammenarbeit zwischen der Verbundorganisation und dem Landforst Lagerhaus. ÖR Jakob Karner, der eine Aufsichtsratsfunktion in der RWA innehat, schätzt er als sehr kompetenten, aber kritischen Funktionär, dessen Wort im Verbund Gewicht hat. Die steirische Landforst KG zählt dank seiner gesunden Standbeine zu einem der besten österreichischen Lagerhäuser und gilt in der Branche als Benchmark.

Generalversammlung Obersteirische Molkerei

Wir bedanken uns bei allen Bäuerinnen und Bauern für das entgegengebrachte Vertrauen und hoffen dass sich die derzeit herausfordernden Rahmenbedingungen von Kostendruck, massiver Bürokratie und schwierigen Witterungsverhältnissen wieder entschärfen und wünschen ihnen ein gutes und unfallfreies Arbeitsjahr auf ihren Betrieben.

Alles Gute in Haus und Hof.