
Kartoffeln pflanzen: So gelingt der Kartoffelanbau von Anfang an
Wann Kartoffeln pflanzen? Der richtige Zeitpunkt fürs Setzen
Informierte Hobbygärtner sprechen beim Anbau von Kartoffeln vom Legen oder Setzen. Der richtige Zeitpunkt dafür ist abhängig von der Außentemperatur und der Kartoffelsorte. Es gibt Frühkartoffeln, die bereits ab März bzw. im April im Freien gesetzt werden können. Beim Anbau von mittelfrühen oder späten Sorten sollten Sie die Eisheiligen abwarten, das heißt, erst im Mai pflanzen.
Für alle Sorten gilt, dass die Witterungsbedingungen und Temperaturen frostfrei sein müssen. Die Bodentemperatur muss mindestens acht bis zehn Grad Celsius betragen. Kommt es nach dem Kartoffeln setzen unerwartet zu Frost, schützen Sie die Pflanzen einfach mit Stroh oder einem Gartenvlies. Je wärmer der Boden beim Kartoffelanbau ist, desto schneller wachsen die Knollen. Das ergibt größere Erdäpfel und mehr Ertrag.
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Die richtigen Saatkartoffeln wählen
Einer der großen Vorteile des Gartenanbaus von Kartoffeln ist, dass Sie die Sorte selbst aussuchen können. Während es im Handel nur wenige Kartoffelsorten gibt, existiert eine große Vielfalt an Sorten mit unterschiedlichen Formen, Farben und Geschmacksrichtungen.
Bei der Wahl der passenden Kartoffel zum Anbau im Garten sollten Sie auf verschiedene Faktoren achten. Zuallererst empfehlen wir, unbedingt Saatkartoffeln für den Anbau zu verwenden. Herkömmliche, gekaufte Speisekartoffeln eignen sich nur bedingt, da sie meist mit Keimhemmungsmitteln (wenn nicht Bio-Ware) behandelt werden und weniger Ertrag liefern. Saatkartoffeln hingegen sind ausgewiesene Pflanzkartoffeln, die auf Viren und Krankheiten geprüft und unbehandelt sind. Ihr Ertrag ist höher, da die daraus wachsenden Pflanzen stärker sind.

Außerdem sollten Sie sich überlegen, welche Kartoffelsorte Sie pflanzen möchten und wann Sie mit dem Anbau starten. Es gibt frühe, mittelfrühe und späte Sorten.
Erkundigen Sie sich bei unseren Experten in einem Lagerhaus in Ihrer Nähe über unser breit gefächertes Saatkartoffel-Sortiment. Sie beraten Sie gerne im Detail.
Kartoffeln vorkeimen: Der Turbo für frühe Ernte
Das Vorkeimen der Saatkartoffeln gibt den Pflanzen einen Entwicklungsvorsprung und macht sie widerstandsfähiger. Das Resultat sind gesündere Pflanzen und eine um etwa drei Wochen frühere Ernte.
Zum Vorkeimen werden die Kartoffeln zwei bis drei Wochen vor dem Setzen ab Ende Februar in flache Kisten gelegt. Wichtig sind ein heller Standort, Temperaturen von 10 bis 15 Grad Celsius und die richtige Lage der Knollen mit den Augen nach oben. Aus diesen Vertiefungen wachsen später die neuen Triebe.
Die vorgekeimten Kartoffelknollen können dann, je nach Sorte, ab Mitte März bzw. im April gesetzt werden. Der Schritt des Vorkeimens ist vor allem beim Anbau von Frühkartoffeln unbedingt empfehlenswert, damit diese die notwendige Kraft haben, tiefe Temperaturen zu überstehen.

Kartoffeln pflanzen: Schritt für Schritt erklärt
Unsere Anleitung zum Anbau von Erdäpfeln gibt Ihnen einen Überblick über die notwendigen Schritte. Mit unseren Tipps gelingt Ihnen mit wenig Aufwand eine gute Kartoffelernte.
Boden vorbereiten: Die Basis für gesunde Knollen
Der richtige Boden ist die Basis für eine ertragreiche Ernte. Kartoffeln gedeihen in lockeren, humusreichen Böden ohne Staunässe an einem sonnigen Standort. Bei der Erdäpfelpflanze handelt es sich um einen Starkzehrer, das heißt, sie entnimmt dem Boden große Mengen an Nährstoffen. Dementsprechend muss der Boden angereichert werden. Arbeiten Sie deshalb etwa zwei Wochen vor dem Setzen der Kartoffeln Kompost oder organischen Dünger in den Boden ein. Im Zuge der Düngung des Bodens lockern Sie die Erde auch gleich auf und entfernen Steinchen und Wurzelunkraut.
Kartoffeln setzen und anbauen: Abstand und Tiefe richtig wählen
Beim Setzen der vorgekeimten Kartoffeln ist auf den Pflanzabstand und die Pflanztiefe zu achten. Pflanzen Sie die einzelnen Knollen in einer Tiefe von etwa 8 bis 10 Zentimeter. Legen Sie die Knollen einzeln mit dem Trieb nach oben in Reihen aus und beachten Sie einen Pflanzabstand von 30 bis 35 Zentimeter. Zwischen den einzelnen Reihen sollte außerdem ein Abstand von 60 bis 70 Zentimeter eingehalten werden.
Obwohl Reihen die einfachste und schnellste Art des Kartoffelpflanzens sind, können Sie auch individuelle Pflanzlöcher graben. Auch hier unbedingt auf die entsprechende Tiefe und den Abstand achten. Der Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen ist wichtig, damit sich die Knollen ausbreiten und vermehren und Sie rund um die Pflanze Erde anhäufeln können.
Tipp: Pflanzen Sie Erdäpfel nicht neben Tomaten. Es handelt sich um schlechte Beetnachbarn, die sich gegenseitig die Nährstoffe entziehen und Krankheiten weitergeben.
Kartoffeln anhäufeln und pflegen für eine reiche Ernte
Das sogenannte „Anhäufeln“ rund um die Kartoffelpflanze bedeutet, dass Sie um die Pflanze herum Erde anbringen. Wir empfehlen das Anhäufeln, wenn die Pflanzen etwa 15 bis 20 Zentimeter hoch sind. Erde wird rund um die Pflanze angehäuft, sodass diese wieder etwa zur Hälfte bedeckt ist. Dadurch entstehen neue Wurzeltriebe und Knollen und der Ertrag erhöht sich. Dieser Vorgang kann mehrmals wiederholt werden. Unbedingt zu beachten ist, dass die Erdäpfel immer vor Licht geschützt und stets bedeckt sind, um grüne Knollen zu vermeiden. Ein positiver Nebeneffekt des Anhäufelns ist, dass dadurch die Erde rund um die Pflanze aufgelockert wird und so die Kartoffeln besser und Unkräuter schlechter wachsen.
Tipp: Entfernen Sie regelmäßig die lästigen Kartoffelkäfer von Ihren Pflanzen, damit die Kartoffeln ungestört wachsen können.
Kartoffeln im Beet, Hochbeet und Topf anbauen
Da Kartoffeln relativ pflegeleicht sind, werden sie in jedem Gemüsegarten gern gepflanzt. Sie können sowohl in Beeten am Boden, in Hochbeeten oder auch in Töpfen angepflanzt werden. Wir erklären Ihnen die verschiedenen Möglichkeiten.
Kartoffeln im Gartenbeet anbauen
Die klassische Anbaumethode von Kartoffeln ist jene in Reihen im Gartenbeet. Kartoffeln auf diese Art anzubauen setzt eine gewisse Beetgröße voraus und eignet sich somit besonders für größere Flächen. Kartoffelpflanzen brauchen durch den notwendigen Abstand relativ viel Platz. Durch den Anbau in Reihen gestalten Sie Anbau, Pflege und Ernte besonders effizient. Das Anhäufeln und Pflegen der Pflanzen kann somit direkt in der Reihe und nicht einzeln rund um jede Pflanze erfolgen.
Kartoffeln im Hochbeet anbauen
Auch das Hochbeet eignet sich für den Erdäpfelanbau. Die großen Vorteile dabei: die Erde erwärmt sich schneller, Staunässe wird in der Regel vermieden und Ihr Rücken geschont. In Sachen Pflanztiefe und -abstand gelten dieselben Angaben wie beim Anbau in herkömmlichen Beeten. Achten Sie darauf, dass der Platzbedarf im Hochbeet geringer ist als im Gartenbeet. Denn auch im Hochbeet sollten Kartoffelpflanzen angehäufelt und die Erde locker gehalten werden. Wir empfehlen, im Hochbeet vor allem auf frühe und mittelfrühe Sorten zu setzen. Da sich die Erde schneller erwärmt, wachsen diese Sorten im Hochbeet besonders gut. Außerdem können sie früher geerntet und das Beet danach für andere Pflanzen genutzt werden.
Kartoffeln im Topf und Pflanzsack anbauen
Um Kartoffeln auf dem Balkon oder der Terrasse zu ziehen, eignen sich Töpfe, Pflanzsäcke oder auch einfache Jutebeutel. Das jeweilige Gefäß sollte dabei zuerst mit einer Schicht Kies oder Blähton befüllt werden und am Boden Löcher haben, um Staunässe zu vermeiden. Danach füllen Sie die passende, nährstoffreiche Erde in Ihr Pflanzgefäß, jedoch noch nicht bis zur Gänze. Das im Beet mögliche Anhäufeln ersetzen Sie im Pflanztopf durch ein Auffüllen, sobald die Triebe eine Größe von etwa 10 Zentimetern erreicht haben. Wichtig ist, die Kartoffelpflänzchen regelmäßig zu gießen. Diese Anbaumethode verleiht Ihnen viel Flexibilität bei der Standortwahl und braucht wenig Platz. Allerdings ist der Ertrag durch den limitierten Platz im Topf oder Sack begrenzt.
Kartoffelernte: Den richtigen Zeitpunkt erkennen
Den richtigen Erntezeitpunkt erkennen Sie am Entwicklungsstand der Kartoffelpflanze. Etwa drei bis vier Monate nach dem Setzen, meist zwischen Juni und Oktober, beginnt sie zu blühen. Zu diesem Zeitpunkt haben sich bereits kleine Knollen gebildet. Für junge, kleine Kartoffeln kann nun geerntet werden, vor allem bei Frühkartoffeln. Wer größere, lagerfähige Kartoffeln möchte, wartet, bis das Kraut vollständig vergilbt und abgestorben ist. Knollen bilden sich auch dann, wenn die Pflanze keine Blüten entwickelt.
Bei mittelfrühen und späten Sorten lohnt es sich zu warten, bis das Kraut der Kartoffelpflanze welk und braun wird. Sowohl die einzelnen Erdäpfel als auch der gesamte Ertrag ist dann größer. Normalerweise ist dies rund drei Monate nach der Pflanzung der Fall. Wenn das Kraut der Pflanze welkt, legen die Kartoffeln eine Ruhepause ein und die Ernte kann beginnen. Graben Sie zuerst nur ein paar Kartoffeln aus. Lassen sich diese leicht aus der Erde lösen, haben Sie den optimalen Erntezeitpunkt erreicht. Gehen Sie bei der Ernte vorsichtig und schonend vor. Vor allem, wenn Sie vorhaben, die Erdäpfel für den Winter zu lagern, empfehlen wir, nach dem Ausdürren der Pflanze noch etwa 14 Tage zu warten. So ist die Schalenreife und somit die Haltbarkeit im Keller gewährleistet.

Kartoffeln richtig lagern nach der Ernte
Kartoffeln sind ideal zum Lagern in Körben, Kisten oder Leinensäcken geeignet. Mit der richtigen Lagerung können Sie Ihre selbst angepflanzten Kartoffeln auch im Winter noch genießen. Lagern Sie Ihre Erdäpfel in einem dunklen Raum bzw. Keller bei etwa 4 bis 8 Grad Celsius. Es sollte sich um eine trockene Umgebung handeln. Beim Einlagern kontrollieren Sie die Kartoffeln und sortieren beschädigte Knollen aus, damit sich keine Krankheiten oder Schimmel ausbreiten. Beachten Sie außerdem, dass Lichtkontakt den gelagerten Kartoffeln schadet. Durch Licht beginnen sie zu keimen oder zu verfärben. Die maximale Lagerdauer ist abhängig von der Kartoffelsorte. Unsere Lagerhaus-Experten beraten Sie gerne zu den passenden Sorten für Ihr Vorhaben.
Tipp: Lagern Sie Kartoffeln nicht im Kühlschrank, da es dort zu feucht ist. Außerdem sollten Erdäpfel nicht neben Äpfeln oder Birnen gelagert werden, da sie sonst schneller verderben.

Süßkartoffeln vorziehen, anbauen und ernten
Der Name ist zwar irreführend, doch Süßkartoffeln sind keine Kartoffeln, sondern eine eigene Pflanzenart mit anderen Eigenschaften. Während Kartoffeln Nachtschattengewächse sind, die als Knollen in den Boden eingelegt werden, werden Süßkartoffeln als kleine Pflänzchen angebaut. Zum Anpflanzen von Süßkartoffeln kaufen Sie somit Stecklinge oder ziehen diese vor. Die Pflanzen an sich sind stark rankend und benötigen viel Platz.
Ein weiterer großer Unterschied ist der Wärmebedarf der Pflanzen. Süßkartoffeln brauchen weit mehr Wärme und höhere Temperaturen. Sie dürfen keinesfalls vor den Eisheiligen gepflanzt werden. Auch die Ernte muss unbedingt vor dem ersten Frost ausfallen.
Häufige Fehler beim Kartoffeln pflanzen und anbauen
Vermeiden Sie die folgenden klassischen Fehler beim Anbau von Kartoffeln, können Sie mit einer erfolgreichen Ernte rechnen:
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Zu früh gepflanzt: Frühkartoffeln sind relativ kälteunempfindlich. Mittelfrühe und späte Sorten sollten dagegen erst zum passenden Zeitpunkt gepflanzt werden. Zu niedrige Temperaturen schaden den Knollen. Bei auftretendem Frost müssen alle Sorten mit einem Vlies oder durch andere Winterschutzmaßnahmen geschützt werden.
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Falscher Pflanzabstand: Die Kartoffelpflanze braucht sowohl über als auch unter der Erde genügend Platz, um sich auszubreiten. Außerdem ist der Nährstoffbedarf sehr groß. Zu eng gelegte Kartoffelknollen behindern sich gegenseitig beim Wachsen und erschweren das ertragssteigernde Anhäufeln.
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Kein Anhäufeln: Während es sich beim Anhäufeln nicht um ein Muss handelt, ist es doch empfehlenswert. Dadurch entstehen zusätzliche Wurzeltriebe und somit mehr Erdäpfel. Unbedingt notwendig ist es, immer dafür zu sorgen, dass alle Knollen bedeckt sind.
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Staunässe: Egal ob im Beet, Hochbeet, Topf oder Sack, sorgen Sie für Lockerheit im Boden und vermeiden Sie Staunässe. Staunässe verursacht Knollenfäule und ruiniert die Ernte. In Töpfen und Säcken ist es besonders wichtig, eine Drainageschicht anzubringen, sowie unten Löcher zu haben.
- Falsche Lagerung: Damit sich Kartoffeln lange halten, brauchen sie einen kühlen, dunklen und trockenen Ort. Feuchtigkeit, hohe Temperaturen und Licht schaden den Erdäpfeln. Auch die Lagerung direkt neben Äpfeln oder Birnen sollten Sie unbedingt vermeiden.
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Häufige Fragen rund ums Kartoffeln pflanzen
Kann man normale Kartoffeln als Pflanzkartoffeln nehmen?
Während es nicht empfehlenswert ist, ist es grundsätzlich möglich, normale Kartoffeln als Pflanzkartoffeln zu verwenden. Achten Sie allerdings unbedingt darauf, dass es sich um Bio-Kartoffeln handelt. Besser und ertragreicher ist der Anbau von Saatkartoffeln.
Wann kann man Kartoffeln pflanzen?
Frühkartoffeln können bereits im März gepflanzt werden. Mittelfrühe bis späte Sorten sollten erst Ende April oder im Mai gesetzt werden. Alle Sorten sind vor Frost zu schützen.
Bis wann kann man Kartoffeln spätestens pflanzen?
Der optimale Zeitpunkt zum Setzen von Kartoffeln ist im Mai nach den Eisheiligen. Danach haben die Erdäpfel genügend Zeit zu wachsen, um im Herbst vor dem Kälteeinbruch geerntet zu werden.
Wie tief sollte man Pflanzkartoffeln setzen?
Die Erdäpfelknollen werden mit dem Trieb nach oben in einer Tiefe von acht bis zehn Zentimetern gepflanzt.
Was darf man nicht neben Kartoffeln pflanzen?
Vor allem Tomaten sind besonders schlechte Beetnachbarn von Kartoffeln, da die Gefahr von Krautfäule besteht. Auch Gurken, Kürbis, Zucchini, Erbsen, Sellerie und Sonnenblumen pflanzen Sie am besten nicht neben Kartoffeln.
Kann man im Supermarkt gekaufte Kartoffeln als Saatgut verwenden?
Wenn Sie Kartoffeln aus dem Supermarkt pflanzen, achten Sie unbedingt auf Bio-Kartoffeln, da diese unbehandelt sind. Allerdings ist der Ertrag bei im Supermarkt gekauften Kartoffeln geringer als bei Saatkartoffeln.
Muss man Kartoffeln vorkeimen?
Das Vorkeimen gibt den Kartoffeln einen wichtigen Vorsprung. Dadurch wachsen sie schneller, liefern mehr Ertrag und sind widerstandsfähiger.
Wie tief setzt man Kartoffeln?
Pflanzen Sie Ihre vorgekeimten Knollen mit dem Trieb nach oben in eine Tiefe von acht bis zehn Zentimetern.
Wie viele Kartoffeln erntet man pro Pflanze?
Der Ertrag ist abhängig von der Sorte, der Pflege, dem Boden und dem Erntezeitpunkt und kann nicht pauschal angegeben werden. Rund 1 Kilogramm Kartoffeln pro Pflanze ist realistisch.
Kann man Kartoffeln im Topf anbauen?
Kartoffeln können auch im Topf oder in einem Pflanzsack angebaut werden. Wichtig dabei sind die Drainage, die passende Erde und die regelmäßige Bewässerung.
Alles für den Kartoffelanbau im eigenen Garten finden Sie in einem Lagerhaus in Ihrer Nähe. Sie haben noch Fragen? Wir beraten Sie gerne!

































