
Tomaten pflanzen: So gelingt Schritt für Schritt der perfekte Anbau
In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie Tomaten erfolgreich pflanzen, pflegen und ernten. So gelingt Ihnen der Tomatenanbau.
Die richtigen Tomatensorten wählen: Von Cocktail- bis Fleischtomaten
Tomaten bzw. Paradeiser gibt es in vielen Variationen – von kleinen, süßen Cherrytomaten bis hin zu großen, saftigen Fleischtomaten. Sie unterscheiden sich in Größe, Geschmack und Anbauweise. Nicht jede Tomate gedeiht überall – je nach Platz und Klima eignen sich verschiedene Sorten für den Anbau.
Cocktail- und Cherrytomaten
Die kleinen Tomaten sind ideal als Snack oder für knackige Salate. Cocktailtomaten lassen sich relativ einfach pflegen und sind damit auch bestens für Anfänger geeignet. Zu den beliebten Sorten gehören Sungold (süß, aromatisch), Black Cherry (würzig-süß) und Zuckertraube (intensiv-süß).
Salat- und Stabtomaten
Salat- und Stabtomaten eignen sich für frische Gerichte und – wie der Name bereits verrät – für Salate. Diese Tomatensorte kann gut im Freiland angebaut werden und ist ebenfalls ideal für Gartenneulinge. Zu den Salat- und Stabtomaten gehören beispielsweise Harzfeuer (kräftig, aromatisch), Matina (saftig, frühreifend) oder Berner Rose (mild, pflegeaufwändiger).

Fleischtomaten
Fleischtomaten sind groß, saftig und perfekt für Soßen, Sandwiches oder andere herzhafte Gerichte. Sie benötigen etwas mehr Pflege und wachsen am besten im Gewächshaus oder im Freiland. Zu den beliebten Fleischtomaten gehören Ochsenherz (zart, aromatisch), Ananas-Tomate (fruchtig-süß) und Marmande (kräftig, ideal für Soßen).
Romatomaten
Romatomaten zeichnen sich durch ihr festes Fruchtfleisch aus und sind ideal für Soßen, Suppen und andere verarbeitete Tomatenprodukte. Diese Tomaten gedeihen gut im Freiland oder im Gewächshaus. Zu den Romatomaten gehören San Marzano (intensiv, würzig), Roma VF (saftig, mild) und Andenhorn (süß, aromatisch).
Exotische Tomatensorten
Exotische Tomaten bieten interessante Farben und ungewöhnliche Geschmacksrichtungen. Der Anbau ist besonders für erfahrene Gärtner geeignet. Zu den exotischen Tomaten gehören Green Zebra (würzig-säuerlich), Schwarze Krim (intensiv, fruchtig) und Tigerella (aromatisch, süß-säuerlich).







Tomaten vorziehen: Wann und wie?
Der ideale Zeitraum für das Vorziehen von Tomaten ist März bis April – abhängig von Sorte und Standort. Als Faustregel gilt: Ziehen Sie Tomaten 6–8 Wochen vor dem Auspflanzen vor.
Das Vorziehen von Tomaten bietet mehrere Vorteile. Die Pflanzen werden dadurch stärker und robuster. Zudem können Sie die Tomaten in der kommenden Saison früher ernten. Zum Vorziehen benötigen Sie nur drei Dinge: Anzuchterde, Saatgut und Anzuchtschalen.
Sie können Tomaten im Gewächshaus oder auf der Fensterbank vorziehen. Wichtig ist die richtige Temperatur (ca. 20–25 °C), eine ausgewogene Feuchtigkeit und ausreichend Licht. Nur so kann das Saatgut gut keimen. Eine genaue Anleitung zum Vorziehen erhalten Sie im Artikel “Blumen und Gemüse vorziehen”.
Alternativ können Sie auch Tomatenpflanzen kaufen – in Ihrem Lagerhaus vor Ort. Achten Sie darauf, diese zeitnah in größere Töpfe oder ins Freiland zu setzen.
Tomaten anbauen: Wann und wie sie optimal gedeihen
Für eine reiche Ernte brauchen Tomaten Wärme, Sonne und den richtigen Boden. Erfahren Sie, wann der ideale Zeitpunkt zum Auspflanzen ist und welche Standortbedingungen für gesundes Wachstum entscheidend sind.
Wann Tomaten auspflanzen? Der richtige Zeitpunkt für die Aussaat
Tomaten sollten erst nach den Eisheiligen, also Mitte Mai, ins Freiland gepflanzt werden. Eine Orientierung bietet die Bodentemperatur, diese sollte mindestens 10–12 °C betragen. Bei dieser Temperatur können die Wurzeln gut anwachsen und die Pflanzen erleiden keinen Kältestress.
Sollten nach dem Auspflanzen noch kühle Nächte drohen, schützen Sie die Pflanzen mit Vlies oder speziellen Pflanzhauben. Alternativ können Sie die Pflanzen in Töpfen an einen geschützten Ort stellen und erst bei stabilen Temperaturen ins Freie setzen.

Standortwahl: Wo fühlen sich Tomaten am wohlsten?
Tomaten lieben Sonne und Wärme. Ein heller, warmer Standort ist daher ideal für ein kräftiges Wachstum und eine ertragreiche Ernte. Gleichzeitig mögen Tomaten aber keinen direkten Regen. Suchen Sie deshalb am besten einen wind- und regengeschützten Standort für die Tomatenpflanzen.
Der Boden sollte locker, nährstoffreich und gut durchlässig sein. Ein leicht saurer pH-Wert von 5,5 bis 7,0 ist ideal. Geben Sie den Tomaten zusätzlich passende Tomaten- oder Gemüseerde, um eine optimale Nährstoffversorgung sicherzustellen.

Tomaten richtig pflanzen: So setzen Sie Ihre Pflanze optimal
Die Pflanztechnik ist beim Tomatenanbau entscheidend. Pflanzen Sie Tomaten etwas tiefer, als diese im Topf gestanden sind. Denn der untere Stängel bildet zusätzliche Wurzeln und stärkt die Pflanze.
Der optimale Pflanzabstand von Tomatenpflanzen beträgt circa 50 cm. Er sorgt für eine gute Luftzirkulation und beugt Krankheiten vor. Achten Sie zudem auf einen lockeren, humusreichen und gut durchlässigen Boden. Was Sie beim Pflanzen im Freiland, Hochbeet oder Topf außerdem bedenken sollten, erfahren Sie in den folgenden Abschnitten.
Tomaten im Freiland pflanzen: Darauf müssen Sie achten
Tomaten im Beet brauchen besondere Pflege, um gesund zu wachsen. Bringen Sie für die Pflanzen einen guten Regenschutz an. Denn übermäßige Feuchtigkeit kann bei Paradeisern zu Pilzkrankheiten führen.
Bedecken Sie den Boden mit einer Mulchschicht aus Stroh oder Grasschnitt. Das hält den Boden länger feucht und locker. Um Schädlinge natürlich abzuwehren, pflanzen Sie Tomaten im Freiland in Mischkultur. Dafür bieten sich verschiedene Kräuter an, aber auch Gemüsesorten wie Karotten, Spinat, Radieschen oder Kopfsalat.
Tomaten im Gewächshaus pflanzen: Schutz & frühe Ernte
Ein Gewächshaus eignet sich nicht nur zum Vorziehen von Tomatenpflanzen. Es schafft auch ideale Bedingungen für den Anbau von Tomaten. Die Umgebung schützt die Pflanzen vor Regen, Wind und Temperaturschwankungen – ideale Bedingungen für gesundes Wachstum und eine lange Erntezeit.
Dank der konstanten Wärme gedeihen Tomaten im Gewächshaus meist schneller und tragen früher Früchte als im Freiland. Gleichzeitig wird das Risiko von Krankheiten wie Kraut- und Braunfäule deutlich reduziert.
Tipp: Achten Sie auf regelmäßiges Lüften, um einem Hitzestau und hoher Luftfeuchtigkeit vorzubeugen.
Tomaten im Hochbeet auspflanzen: Ertragreich & platzsparend
Ein Hochbeet bietet zahlreiche Vorteile für den Tomatenanbau. Dank der geschichteten Struktur kann Wasser effizient abfließen, wodurch Staunässe vermieden wird – ein wichtiger Faktor für gesunde Tomatenpflanzen.
Die verschiedenen Schichten im Hochbeet tragen nicht nur dazu bei, den Boden schnell zu erwärmen, sondern versorgen die Tomaten mit wichtigen Nährstoffen für optimales Wachstum.
Tipp: Rankhilfen für die Stabtomaten können direkt im Hochbeet integriert werden.

Tomaten im Topf pflanzen: So gelingt der Anbau auf Balkon & Terrasse
Auch auf engem Raum können Tomaten hervorragend gedeihen. Sie brauchen also keinen großen Garten, um Tomaten zu pflanzen. Der Anbau gelingt auch auf Balkon oder Terrasse.
Um den Pflanzen genügend Platz zum Wachsen zu bieten, sollten die Töpfe mindestens 10–15 Liter Volumen haben. Eine gute Drainage ist entscheidend, um Staunässe zu vermeiden und die Wurzeln gesund zu halten.
Zudem ist regelmäßiges Nachdüngen wichtig, da die Nährstoffe im Topf schneller erschöpft sind. So stellen Sie sicher, dass Ihre Tomaten kräftig und ertragreich wachsen.
Gute und schlechte Pflanznachbarn: Mit welchen Pflanzen Tomaten harmonieren
Einige Pflanzen können das Wachstum von Tomaten fördern, während andere es eher hemmen. Man spricht dabei von guten und schlechten Nachbarn im Beet.
Gute Nachbarn für Paradeiser sind zum Beispiel Basilikum, Karotten und Salat. Diese Pflanzen können Sie unbesorgt nebeneinander pflanzen. Kartoffeln und Fenchel hingegen beeinflussen das Wachstum von Tomaten negativ und können zu Krankheiten führen.

Pflege von Tomatenpflanzen: So bleiben Ihre Tomatenpflanzen gesund
Damit Ihre Paradeiser kräftig wachsen und viele Früchte tragen, benötigen sie die richtige Pflege. Regelmäßiges Gießen, Düngen, Ausgeizen und ein geeigneter Schutz vor Wind und Regen sind dabei essenziell.
Überprüfen Sie die Pflanzen außerdem regelmäßig auf Krankheiten oder Schädlinge, um frühzeitig eingreifen zu können. Wir zeigen Ihnen, worauf Sie bei der Pflege Ihrer Pflanzen besonders achten sollten.
Video: Expertentipp Tomaten anbauen & pflegen
Tomaten richtig gießen: Die goldene Regel für gesunde Pflanzen
Falsches Gießen kann Tomaten schädigen und zu Krankheiten oder Rissen in den Früchten führen.
Junge Paradeiserpflanzen brauchen viel Wasser. Gießen Sie nicht direkt auf die Blätter, denn das macht die Pflanze anfälliger für Krankheiten. Gießen Sie am besten morgens und abends, wenn die Sonne nicht zu stark scheint.
Eine Mulchschicht auf dem Boden hilft zusätzlich, die Feuchtigkeit zu regulieren und die Wurzeln vor dem Austrocknen zu schützen
Tipp: Für einen intensiven Paradeiser-Geschmack sollten Sie kurz vor der Ernte nur noch wenig gießen. So hat die Pflanze Trockenstress und lagert vermehrt Zucker in den Früchten ein.
Düngen von Tomaten: Die besten Nährstoffe für kräftige Tomaten
Tomaten sind Starkzehrer und benötigen viele Nährstoffe. Da diese schnell verbraucht sind, geben Sie am besten wöchentlich einen biologischen Dünger hinzu. Beginnen Sie mit dem Düngen erst 3–4 Wochen nach dem Auspflanzen, denn erst dann sind die Wurzeln kräftig ausgebildet.
Verwenden Sie dafür einen biologischen Langzeitdünger oder Flüssigdünger. Organische Optionen wie Kompost oder Brennnesseljauche sind besonders schonend. Es gibt aber auch spezielle Tomatendünger. Verwenden Sie diese entsprechend der Dosierungsempfehlung auf der Verpackung.
Tipp: Für noch besseres Wachstum können Sie dem Gießwasser effektive Mikroorganismen beigeben.

Tomaten vor Krankheiten schützen: Kraut- und Braunfäule vermeiden
Wer Tomaten im Garten hat, der denkt meistens auch an Kraut- und Braunfäule. Die erkennt man daran, dass im August die Blätter braun werden und bald danach auch die Früchte.
Um den Befall von Kraut- und Braunfäule zu verhindern, sollten Sie folgende Punkte beachten:
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Desinfizieren: Hatten die Tomaten bereits einen Pilzbefall, desinfizieren Sie alle Tomatenstangen, Töpfe und alles, was mit der betroffenen Pflanze in Kontakt war.
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Thujen meiden: Wenn Sie oder Ihr Nachbar Thujen haben, pflanzen Sie die Tomaten möglichst weit entfernt von der Thujenhecke – der Pilz überwintert dort.
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Ackerschachtelhalm anwenden: Verwenden Sie ab dem Auspflanzen alle 2 Wochen Ackerschachtelhalm-Konzentrat. Ackerschachtelhalm ist reich an Kieselsäure und stärkt die Zellwand der Blätter. Dadurch können Pilzsporen nicht so leicht eindringen. Dieser Trick wirkt nur vorbeugend und bei regelmäßiger (alle 2 - 3 Wochen) Anwendung.
Neben der Kraut- und Braunfäule tritt manchmal auch die Blütenendtriebfäule auf. Hierbei werden die Früchte kurz vor der Rotfärbung beim Blütenansatz bräunlich-faulig. Diese Krankheit ist ein deutliches Zeichen von Kalzium-Mangel. Um Blütenendtriebfäule zu vermeiden, mischen Sie 1–2 Hände Gartendüngekalk pro Pflanze in die Erde. Geben Sie zudem immer wieder 1 Esslöffel Urgesteinsmehl ins Gießwasser.
Bei Blattläusen helfen Florfliegenlarven. Diese gibt es als Nützlingsbestellkarte im Lagerhaus Onlineshop. Die Bestellkarte wird ausgefüllt, abgeschickt und einige Tage später landen die Nützlinge bereits gut verpackt im Briefkasten. Florfliegenlarven sind sehr räuberische Insekten – sie fressen in ihrem nur 2 - 3 Wochen kurzen Leben zwischen 300 und 500 Blattläuse.
Tomaten ausgeizen: Überflüssige Blätter und Blütenstände entfernen
Der Tomatenpflanze kann man förmlich beim Wachsen zusehen. Dabei bilden sich viele Seitentriebe. Diese können die Pflanze schwächen und wertvolle Energie von den Früchten abziehen.
Unter Ausgeizen versteht man das Entfernen der Seitentriebe in den Blattachseln. Das sorgt dafür, dass die Pflanze ihre gesamte Energie in die Früchte steckt und nicht in unnötige Triebe.
Tomaten müssen regelmäßig ausgegeizt werden. Überprüfen Sie die Pflanzen am besten alle 1–2 Wochen und entfernen Sie dabei die Seitentriebe, solange diese noch klein sind.

Rankhilfen & Regenschutz: So schützen Sie Ihre Pflanzen nachhaltig
Damit Tomaten gesund wachsen, brauchen sie eine gute Stütze. Rankhilfen verhindern das Umknicken der Pflanzen unter dem Gewicht der Früchte und sorgen dafür, dass die Tomaten besser belüftet werden. So bleibt das Laub trockener und das Risiko für Pilzkrankheiten sinkt. Je nach Platz und Anbaumethode können Tomatenstäbe oder gespannte Schnüre als Stützen dienen.
Zusätzlich ist ein Regenschutz wichtig, da Tomaten empfindlich auf anhaltende Feuchtigkeit reagieren. Eine einfache Überdachung, z. B. ein Folientunnel oder ein Tomatenhaus, schützt die Pflanzen vor Regen und beugt Krankheiten wie Braunfäule vor.
Alles für den Tomatenanbau
Tomaten ernten und vermehren: Der krönende Abschluss
Je nach Sorte und Aussaatzeitpunkt beginnt die Tomatenernte ab August und kann bis in den Herbst hinein andauern. Neben der Ernte bietet sich jetzt auch die Möglichkeit, eigene Tomatensamen zu gewinnen. Worauf Sie dabei achten sollten, erfahren Sie in den folgenden Abschnitten.
Wann sind Tomaten reif? Der perfekte Erntezeitpunkt
Nicht alle Tomaten reifen gleichzeitig – der richtige Erntezeitpunkt hängt von der Sorte und den Wachstumsbedingungen ab. Je nach Sorte können Tomaten zwischen Juli und Oktober geerntet werden. Achten Sie beim Ernten auf Farbe und Festigkeit: Vollreife Tomaten sind leuchtend gefärbt, geben auf leichten Druck nach und lassen sich leicht vom Stiel lösen.
Besteht Frostgefahr, können auch unreife Paradeiser geerntet werden – diese sollten allerdings nicht roh verzehrt werden. Sie enthalten das giftige Solanin. Lassen Sie die Tomaten einfach an einem warmen Ort nachreifen, eingewickelt in ein Küchentuch oder in Zeitungspapier.
Damit geerntete Tomaten ihr Aroma behalten, sollten sie kühl (ca. 15–18 °C) und dunkel gelagert werden, beispielsweise im Keller. So bleiben diese länger frisch und geschmackvoll.

Eigene Tomatensamen gewinnen und nächstes Jahr wieder pflanzen
Mit wenigen Schritten können Sie Ihre eigenen Tomatensamen gewinnen und so im nächsten Jahr wieder Paradeiser anbauen. Wählen Sie dafür reife, gesunde Früchte aus, da nur aus starken Pflanzen gutes Saatgut entsteht. Schneiden Sie die Tomate auf und entnehmen Sie die Samen mit etwas Fruchtfleisch.
Lassen Sie die Samen ein bis zwei Tage in Wasser stehen, damit sich das Fruchtfleisch löst. Anschließend gut abspülen und auf einem Tuch oder Küchenpapier vollständig trocknen lassen. An einem trockenen, dunklen Ort gelagert, bleibt das Saatgut mehrere Jahre keimfähig – so können Sie Ihre Lieblingssorten immer wieder anbauen.
Weitere Tipps erhalten Sie im Beitrag “Gemüse durch Saatgutgewinnung vermehren”.