
Gemüse vorziehen: Welche Pflanzen sich lohnen und wie es gelingt
Unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigt Ihnen, welches Gemüse sinnvoll ist und ab wann Gemüse vorziehen empfohlen wird. Denn wie in unserem Ratgeber steht: Selbst gepflückt schmeckt einfach besser.
Inhaltsverzeichnis
- Warum sich das Vorziehen von Gemüse lohnt
- Ab wann Gemüse vorziehen? Der richtige Zeitpunkt für die Aussaat
- Welche Gemüsepflanzen kann man vorziehen? Die Stars im Topf
- Wo und wie kann man Gemüse vorziehen? Die besten Möglichkeiten
- Utensilien zum Vorziehen: Das braucht man wirklich
- Gemüse vorziehen: Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Die häufigsten Fehler beim Vorziehen und wie man sie vermeidet
- Fazit: Gemüse vorziehen und schneller zur Ernte kommen
- FAQs: Häufige Fragen zum Gemüse vorziehen
Warum sich das Vorziehen von Gemüse lohnt
Gemüsepflanzen vorzuziehen, hat mehrere Vorteile. Ungeduldige Hobbygärtner können bereits gegen Ende Februar bei passendem Licht in die Gartensaison starten. Das sorgfältige Vorziehen gibt den Pflanzen einen wichtigen Vorsprung von mehreren Wochen. In unseren Breiten bedeutet das, die Pflanzen haben wesentlich mehr Zeit, um für eine üppige Ernte zu sorgen. Neben dem Vorziehen gibt es noch einige andere Tipps für eine erfolgreiche Erntesaison. Mehr dazu in unserem Artikel „Mehr Ertrag im Gemüsegarten“.
Wenn Sie Blumen und Gemüse vorziehen, dann blühen bzw. gedeihen die Pflanzen früher. Während der Keim- und Sämlingsphase sind die Pflanzen gut geschützt vor Schädlingen wie Schnecken und Vögeln. Sie haben die Pflanzen stets im Blick und können sie ohne viel Aufwand versorgen. Zu dem Zeitpunkt, an dem Sie draußen mit der Direktsaat beginnen könnten, sind vorgezogene Pflänzchen bereits stark und widerstandsfähig genug, um zu wachsen und so früher und mehr Ertrag zu bringen.
Ab wann Gemüse vorziehen? Der richtige Zeitpunkt für die Aussaat
Damit die Vorkultur den versprochenen Erfolg bringt, müssen Sie Geduld haben. Warten Sie sowohl beim Vorziehen als auch bei der Pflanzung ins Freie den richtigen Zeitpunkt ab. Starten Sie zu früh, wachsen die Pflanzen lang und dünn statt kräftig. Diese schwachen Triebe nennt man „Vergeilen“.
Beginnen Sie somit frühestens Ende Februar mit der Aussaat. Die Pflanzen brauchen zum Wachsen viel Licht. Und wenn Sie keinen Wintergarten besitzen, sind die Lichtverhältnisse auf der Fensterbank Anfang Februar noch nicht ideal. Wenn die Tage etwas länger werden, etwa Ende Februar bzw. Anfang März, ist der richtige Zeitpunkt für viele Pflanzensorten gekommen. Um auf Nummer sicher zu gehen, empfehlen wir einen Blick auf die Saatgutverpackung. Unser praktischer „Aussaatkalender“ verrät Ihnen mehr zu den passenden Zeitpunkten.

Säen Sie zuerst frühe Sorten mit langen Wachstumsperioden, dazu gehören:
- Paprika
- Chili
- Physalis (Andenbeere)
- Diverse Kohlsorten
- Salat
- Melanzani
Etwas später, also frühestens im März, empfehlen wir folgende Sorten vorzuziehen:
- Zucchini
- Tomaten
- Kürbis
- Gurke
Tipp: Warten Sie die sogenannten „Eisheiligen“, Mitte Mai, ab, bevor Sie die sorgfältig vorgezogenen Pflänzchen draußen einpflanzen.
Welche Gemüsepflanzen kann man vorziehen? Die Stars im Topf
Vor allem Gemüsesorten, die wärmere Temperaturen gewohnt sind und längere Wachstumsphasen haben, profitieren enorm davon, bereits früh im Jahr vorgezogen zu werden. Außerdem lohnt sich, je nach Art, auch das Vorziehen von Blumen, um im Sommer eine bunte Pracht genießen zu können. Wir empfehlen die Vorzucht folgender Gemüsesorten:
Wärmeliebende Klassiker
Zu den wärmeliebenden Klassikern zählen vor allem Pflanzen mediterranen Ursprungs, die besonders beliebt und auf jedem Speiseplan zu finden sind. Dazu gehören Tomaten, Paprika und Chilis ebenso wie Melanzani. Sie alle erlangen durch die Vorzucht einen notwendigen Wachstumsvorsprung von mehreren Wochen, um den erhofften Ertrag zu bringen.
Schnellstarter
Nicht minder beliebt sind Gurke, Zucchini und Kürbis. Bei diesen Gemüsesorten genügt eine Vorzucht relativ kurz vor Saisonstart, da sie recht schnell wachsen.
Kohl & Co.
Ob Kohlrabi, Spitzkohl, Brokkoli, Rotkraut, etc. – auch diese Gemüsesorten können im Frühjahr vorgezogen werden. Das Ergebnis ist eine frühere Ernte und ein höherer Ertrag.
Hülsenfrüchte
Bei den Hülsenfrüchten wie Bohnen und Erbsen ist das Vorziehen nicht unbedingt notwendig, da sie eine sehr kurze Keimzeit haben, schnell wachsen und an unsere klimatischen Bedingungen angepasst sind. Möchten Sie sie jedoch vorziehen, ist das für die Pflanzen kein Nachteil.
Hinweis: Es gibt Gemüsesorten, die nicht vorgezogen werden sollten. Dazu gehören vor allem z. B. Knollengemüse wie Karotten, Rote Rüben, Radieschen. Die Gefahr, die Knollen beim Umpflanzen von drinnen nach draußen zu beschädigen, ist zu groß.
Wo und wie kann man Gemüse vorziehen? Die besten Möglichkeiten
Für die Vorzucht brauchen Ihre Pflanzen viel Licht und konstante Temperaturen. Wir empfehlen, je nach Verfügbarkeit, die folgenden Plätze:
- Fensterbank: Eine Fensterbank ist für die Vorzucht von Gemüse und anderen Pflanzen die einfachste Möglichkeit, da sie in jedem Haushalt vorhanden ist. Das Wichtigste dabei ist ausreichend Licht, im besten Fall eine Süd-Ost-Lage. Wählen Sie aber unbedingt eine Fensterbank, die nicht über einer Heizung liegt, die Heizungsluft würde die Pflänzchen austrocknen. Auf der Fensterbank können Sie entweder mit einfachen Anzuchtschälchen arbeiten und die vorhandenen Licht- und Wärmeverhältnisse nutzen, oder zusätzlich mit einer speziellen Anzuchtlampe oder einem Mini-Gewächshaus bzw. einem Fensterbank-Treibhaus nachhelfen.
Tipp: Wählen Sie eine Fensterbank, die nicht nur hell genug, sondern auch geschützt vor Zugluft, Haustieren und spielenden Kindern ist.

- Wintergarten: Haben Sie einen Wintergarten, bietet dieser meist ideale Bedingungen, da ausreichend Licht vorhanden ist. Achten Sie hierbei unbedingt auf die Temperatur: Unbeheizte Wintergärten können in den Wintermonaten zu kühl sein.
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Beheiztes Gewächshaus: In Ihrem Garten steht ein Glashaus mit Heizung? Dann ist auch das ein geeigneter Platz zum Vorziehen der Pflanzen. Auch hier ist unbedingt auf die passende, konstante Temperatur zu achten.
Utensilien zum Vorziehen: Das braucht man wirklich
Es braucht nicht viel, um Pflanzen vorzuziehen. Die Basis für eine erfolgreiche Vorzucht von Gemüsepflanzen ist eine hochwertige Anzuchterde und das passende Saatgut. Die spezielle Anzuchterde ist frei von schädlichen Keimen und enthält auch nicht zu viele Nährstoffe. Außerdem ist die Aussaaterde viel feiner und ideal für junge und zarte Wurzeln.
Zusätzlich benötigen Sie Aussaatschalen aus Kunststoff, Torf, Karton oder Zeitungspapier. Wir empfehlen, die Schälchen mit beschrifteten Holzstäben oder Pflanzschildern zu versehen.
Gemüse vorziehen: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Folgen Sie unserer praktischen Schritt-für-Schritt-Anleitung und erfreuen Sie sich einer ertragreichen Ernte:
Schritt 1: Gefäße vorbereiten und Aussaaterde einfüllen
Füllen Sie die Anzuchttöpfchen bis ca. 1 cm unter dem Rand mit Anzuchterde und drücken Sie diese leicht an. Anschließend bewässern Sie die Erde vorsichtig.
Schritt 2: Saatgut richtig aussäen
Es gibt Licht- und Dunkelkeimer. Zu den Lichtkeimersamen gehören Tomate, Sellerie, Salate und Kräuter. Diese werden ein wenig in die Erde gedrückt, aber nicht mit Erde bedeckt. Legen Sie etwa 3-4 Samen pro Schälchen auf die Anzuchterde. Beim Aussäen von Dunkelkeimern wie Kürbis, Karotten oder Schnittlauch drückt man 2-3 Samen ca. 1-2 cm in die Erde und deckt sie zusätzlich mit etwas Erde zu.
Schritt 3: Anfeuchten statt gießen
Besonders wichtig: Frisch gesäte Samen dürfen nicht stark gegossen werden, da sie sonst ausgeschwemmt werden. Besprühen Sie die Samen bzw. die Erde sanft und achten Sie darauf, diese stets feucht, aber nicht nass zu halten.
Schritt 4: Warm, hell, aber nicht heiß
Vor allem in der Phase des Keimens brauchen die Samen viel Wärme. Chilipflanzen keimen etwa bei Temperaturen zwischen 20 und 30 Grad besonders gut. Es darf allerdings nicht zu heiß sein, das würde die Erde austrocknen. Wenn Sie ein Mini-Gewächshaus nutzen, vergessen Sie nicht, regelmäßig zu lüften. Sobald die ersten Pflänzchen entstehen, brauchen diese viel Licht zum Wachsen.
Schritt 5: Pikieren
Pikieren bedeutet, die individuellen Pflänzchen, sobald sie etwas größer sind, in einzelne Töpfchen zu pflanzen. Empfehlenswert ist das bei Kohl, Tomaten und Paprika. Kürbisgewächse hingegen sind dazu nicht geeignet und sollten bis zum Einpflanzen im Garten nicht umgesetzt werden.
Schritt 6: Abhärten und raussetzen
Vor dem Auspflanzen ins Freie müssen die vorgezogenen Pflänzchen an die neuen Bedingungen angepasst werden. Ein Ventilator sorgt immer wieder für etwas Wind, um die Setzlinge abzuhärten. Täglich ein paar Stunden draußen gewöhnen die Pflanzen an direktes Sonnenlicht. Nach den Eisheiligen können Sie Ihre sorgfältig gezogenen Setzlinge in den Garten pflanzen. Mehr dazu, wie Sie Ihren Gemüsegarten anlegen, lesen Sie in unserem Ratgeber.
Im folgenden Video zeigt unsere Expertin, wie Sie Gemüse richtig vorziehen – von der Aussaat bis zur Jungpflanze.
Die häufigsten Fehler beim Vorziehen und wie man sie vermeidet
Vermeiden Sie diese klassischen Fehler, um widerstandsfähige Pflänzchen vorzuziehen:
- Zu früh beginnen: Warten Sie mindestens bis Ende Februar, davor sind die Lichtverhältnisse nicht ausreichend. Die Pflanzen „vergeilen“ bei zu wenig Licht, das heißt, sie bilden lange, dünne Triebe, die nicht gut wachsen.
- Falsches Saatgut: Vergewissern Sie sich, dass die Pflanzensorte, die Sie vorziehen möchten, auch tatsächlich dazu geeignet ist. Beachten Sie außerdem die unterschiedliche Pflanzart von Licht- und Dunkelkeimern.
- Ungeeignete Erde: Verwenden Sie unbedingt die passende Anzuchterde. Herkömmliche Blumenerde, die vorgedüngt ist, wäre viel zu scharf und würde die Samen verbrennen.
- Zu viel Feuchtigkeit: Staunässe ist unbedingt zu vermeiden. Benetzen Sie die Erde und Keimlinge mit einer Sprühflasche und achten Sie darauf, sie feucht, aber nicht nass zu halten. Zu viel Nässe bedingt Schimmel und Schädlingsbefall, wie etwa durch Trauermücken.
- Keine Frischluft: Verwenden Sie ein Mini-Gewächshaus oder ähnliche Utensilien, achten Sie darauf, regelmäßig zu lüften, da es unter der Haube sonst zu warm wird.
- Falsch pikieren: Es gibt Pflanzen, die Sie nicht pikieren, also während der Vorzucht, umsetzen sollten. Obendrein müssen Sie, wenn Sie pikieren, den passenden Zeitpunkt wählen.
- Kein Abhärten vor dem Raussetzen: Während der Vorzucht genießen die Pflänzchen die kontrollierte Temperatur ohne Zugluft und ohne direkte Sonneneinstrahlung. Gewöhnen Sie Ihre Setzlinge langsam an die neuen Bedingungen draußen.
Fazit: Gemüse vorziehen und schneller zur Ernte kommen
Beachten Sie alle wesentlichen Punkte, werden Sie diese Gartensaison bereits sehr früh starten können. Wichtig sind die Wahl der passenden Gemüsesorten zur Vorzucht, der richtige Zeitpunkt, ein heller Standort, die geeigneten Utensilien und die passende Anzuchterde und eine optimale Pflege der Keimlinge. Das Ergebnis sind starke, widerstandsfähige Setzlinge, die Sie nach den Eisheiligen, etwa Mitte bis Ende Mai, in den Garten pflanzen können. Diese Mühe wird mit einer ertragreichen Ernte und einem blühenden Garten belohnt.
FAQs: Häufige Fragen zum Gemüse und Blumen vorziehen
Wann fängt man an, Gemüse vorzuziehen?
Mit dem Vorziehen von Gemüse beginnt man frühestens Ende Februar, davor sind die Lichtverhältnisse nicht ausreichend.
Wann zieht man welches Gemüse vor?
Frühe Sorten wie Paprika, Chili und Kohl können Sie ab Ende Februar vorziehen. Bei späteren Sorten wie Zucchini, Tomate und Gurke warten Sie bis März. Mehr Informationen bietet unser praktischer Aussaatkalender.
Welches Gemüse und welche Blumen sollte man vorziehen?
Zum Vorziehen eignen sich vor allem Sorten mit langer Wachstumszeit. Sie benötigen warme Temperaturen, etwa mediterrane Gemüsesorten und viele Blumenarten.
Wie kann man am besten Gemüse vorziehen?
Gemüse lässt sich bei genügend Licht und passenden Temperaturen auf der Fensterbank, im Mini-Gewächshaus, im Wintergarten oder im beheizten Gewächshaus vorziehen.
Welches Gemüse sollte man auf einer Fensterbank vorziehen?
Jedes für das Vorziehen geeignete Gemüse kann auf der Fensterbank vorgezogen werden, vorausgesetzt, es gibt genug Licht. Gegebenenfalls sorgt eine Anzuchtlampe für die idealen Lichtverhältnisse.
Welche Blumen kann man vorziehen?
Viele Sommerblumen für den Balkon oder die Terrasse kann man vorziehen. Dazu gehören Petunien, Zinnien, Männertreu, Tagetes, Löwenmäulchen, Kapuzinerkresse und viele mehr.
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