
Terrassenplatten verlegen: Anleitung, Tipps und Materialliste
Ob Betonplatten, Natursteinplatten oder spezielle Terrassenfliesen, die Möglichkeiten sind vielfältig. Mit etwas handwerklichem Geschick können Sie die Terrassenplatten selbst verlegen. Dabei kommt es auf die Unterkonstruktion, die Verlegemethode und die Wahl der Platten an. Wir verraten Ihnen, wie Sie am besten vorgehen und worauf Sie achten müssen.
Inhaltsverzeichnis:
- Welche Terrassenplatten gibt es?
- Untergrund vorbereiten: Welcher Untergrund eignet sich für Terrassenplatten
- Werkzeug & Materialliste: Das brauchen Sie zum Terrassenplatten verlegen
- Terrassenplatten verlegen: Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Häufige Fehler beim Terrassenplatten verlegen
- Pflege und Reinigung von Terrassenplatten
- Häufige Fragen rund ums Terrassenplatten verlegen
Welche Terrassenplatten gibt es?
Terrassenplatten unterscheiden sich in ihrer Optik, den Materialien und Eigenschaften wie Frostbeständigkeit und Pflege. Grundsätzlich können Sie Ihren neuen Terrassenbelag zum DIY-Projekt machen. Bevorzugen Sie jedoch professionelle Unterstützung, so vermittelt Ihnen das Lagerhaus einen Handwerker-Profi. Diese Dienstleistung gibt es an fast allen Standorten.

Hier ein Überblick über unser Terrassenplatten-Sortiment:
- Betonplatten: Betonplatten bzw. Betonsteine eignen sich optimal für Terrasse, Gehweg und Einfahrt. Sie sind robust, langlebig und pflegeleicht. Es gibt sie in verschiedenen Designs und Größen.
- Natursteinplatten: Natursteine bzw. Natursteinplatten passen mit ihrer natürlichen und edlen Optik perfekt in die Gartenlandschaft. Sie sind in verschiedenen Farben und Formen erhältlich. Natursteine sind langlebig, nachhaltig und witterungsbeständig.
- Feinsteinzeug/Keramik: Fliesen und Feinsteinzeug für den Außenbereich bestechen durch ihre Vielfalt. Farben, Formen und Größen variieren stark und bieten das Passende für jeden Geschmack. Spezielle Terrassenfliesen sind pflegeleicht und witterungsbeständig.
- Ziegelpflaster: Eine Terrasse mit Ziegelpflaster bzw. Klinkersteinen bringt einen besonderen Charme mit sich. Klinkersteine verbreiten mediterranen Flair und sind sehr robust und wetterfest. Gebrannte Klinkersteine sind sehr langlebig und farbecht.
- Holzbeläge: Terrassenbeläge aus Holz sind sowohl in Form von Dielen als auch Fliesen erhältlich. Das natürliche Material passt perfekt in jeden Außenbereich, ist jedoch pflegeintensiver als andere Terrassenplatten.
- WPC-Beläge: Ein WPC-Belag besteht aus einer Mischung aus Kunststoff und Holzfasern. WPC-Beläge haben die Optik von Holzdielen und überzeugen gleichzeitig mit mehr Robustheit und einfacher Pflege.
- Bambusbelag: Der Bambusbelag gilt als besonders nachhaltig und ist eine ökologische Alternative zu Belägen aus Tropenholz. Er benötigt weniger Pflege als ein herkömmlicher Holzbelag, ist farbecht und formstabil, aber weniger langlebig als andere Terrassenbeläge.
Sie sind unsicher, welcher Belag zu Ihrer Terrasse passt? Unser Ratgeber „Bodenbeläge für Terrassen“ bietet zusätzliche Informationen und hilft Ihnen bei der richtigen Entscheidung.
Untergrund vorbereiten: Welcher Untergrund eignet sich für Terrassenplatten
Neben der Qualität der Terrassenplatten ist die Unterkonstruktion der entscheidende Faktor für Haltbarkeit und Frostsicherheit. Ein korrekt angelegter Unterbau sorgt dafür, dass die Platten sicher verlegt sind und sich keine Staunässe bildet. Dazu muss ein Gefälle von mind. 2 % vom Haus weg vorhanden sein, so kann das Regenwasser abfließen. Wir erklären Ihnen, welcher Untergrund für Ihre neue Terrasse infrage kommt.
Splittbett: der Klassiker für Garten und Terrasse
Das Splittbett ist eine beliebte Unterkonstruktion für Terrassenbeläge und Pflastersteine. Der Untergrund besteht aus mehreren Schichten Splitt unterschiedlicher Korngrößen und muss mittels Rüttelplatte verdichtet werden. Die Platten werden direkt auf die letzte Schicht verlegt. Mit dem richtigen Aufbau aus Schichten, Gefälle und korrekter Verlegung gelingt der Terrassenunterbau auch in Eigenregie.
Mörtelbett: die feste Variante
Das Mörtelbett bzw. Betonbett ist eine gute Möglichkeit, für viel Halt zu sorgen. Der Untergrund aus Beton eignet sich besonders für Natursteine, da diese oft unterschiedlich geformt und dick sind. Wichtig ist, den richtigen Mörtel (Drainagemörtel, Einkornbeton) zu verwenden und auf das passende Gefälle zu achten.

Stelzlager: die moderne Alternative für Balkon & Dachterrasse
Auf einem stabilen, geraden Untergrund wie Balkon, Dachterrasse oder altem Belag lassen sich Stelzlager einfach und modern verlegen. Stelzlager sind Kunststofffüße, die die Platten halten. Sie sind höhenverstellbar und können dadurch kleine Unebenheiten optimal ausbessern. Die Verlegung von Terrassenplatten mittels Stelzlagern ist vergleichsweise einfach, erfordert aber einen bereits vorhandenen festen Untergrund.

Wichtig: Adäquate Entwässerung
Wasserablauf ist ein zentrales Thema beim Verlegen von Terrassenplatten. Ohne funktionierendes Entwässerungssystem kann durch Staunässe großer Schaden entstehen. Je nach Art der Verlegung und des Unterbaus gibt es unterschiedliche Möglichkeiten.
Im Falle eines Mörtelbetts oder Stelzlagers müssen Sie für ein Gefälle von mindestens 2 % sorgen. Kleine Wassermengen können zu den angrenzenden Flächen, z.B. Rasen oder Schotter, geleitet werden, für größere Terrassen ist ein Bodenablauf in die Kanalisation oder eine Sickergrube notwendig. Zusätzlichen Schutz und Sicherheit geben Drainagematten unter Fliesen oder Platten. Bei einem Splittbett als Unterkonstruktion versickert das Wasser durch den durchlässigen Aufbau.
Werkzeug & Materialliste: Das brauchen Sie zum Terrassenplatten verlegen
Wenn Sie Ihre Terrassenplatten selbst verlegen wollen, benötigen Sie eine Reihe an Werkzeugen und Materialien. Die endgültige Liste ist abhängig von der Art der Terrassenplatte und dem geplanten Unterbau.
Nützliches Werkzeug für Untergrund und Terrassenplatten:
- Rüttelplatte (für Splittbett und Mörtelbett)
- Wasserwaage
- Gummihammer
- Richtlatte
- Maurerschnur
- Winkelschleifer (mit Diamanttrennscheibe)
- Plattenheber
- Fugenkreuze
- Abziehbrett
- Zahnspachtel
Mögliche Materialliste je nach Aufbau und Platten:
- Schotter/Frostschutz (für Splittbett und Mörtelbett)
- Pflastersplitt (für Splittbett und Mörtelbett)
- Fugensand
- Vlies
- Randsteine
- Beton und Baustahl (für Betonschicht)
- Drainagemörtel (für Mörtelbett)
- Fugenmasse
- Fliesenkleber oder Steinkleber
Zur Orientierung hier eine Auflistung des durchschnittlichen Materialverbrauchs pro m2, wenn die Terrassenplatten auf einem Splittbett verlegt werden:
- Vlies: 1,1 m²/m² (bei 10 cm Überlappung)
- Pflastersplitt: 2 Säcke/m² (bei ca. 3 cm Betthöhe)
- Fugensand: ca. 6 kg/m² (bei max. 6 cm Plattenhöhe und max. 1 cm Fugenbreite)
Unser praktischer, kostenloser Online-Terrassenplaner hilft Ihnen bei der Ermittlung der notwendigen Materialien. Sie benötigen lediglich die Maße und maximale Aufbauhöhe Ihrer Terrasse, um Ihren Bedarf zu berechnen.
Terrassenplatten verlegen: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Unsere übersichtliche Anleitung führt Sie Schritt-für-Schritt zur neuen Terrasse.
Schritt 1: Terrasse planen und passende Terrassenplatten auswählen
Der erste und entscheidende Schritt ist die Planung der Terrasse. Unser Ratgeber „Wohnzimmer im Freien“ bietet einen Überblick über die wichtigsten Planungspunkte. Danach geht es konkret darum, die passenden Terrassenplatten auszuwählen.
Schritt 2: Untergrund wählen und vorbereiten
Je nachdem, für welche Platten Sie sich entschieden haben, und welche Voraussetzungen herrschen, wählen Sie nun die passende Unterkonstruktion. Gibt es noch keinen Unterbau, können Sie entweder ein Splittbett oder ein Mörtelbett anlegen. Das Splittbett erfordert weniger Aufwand und Geschick. Das Stelzlager eignet sich perfekt zum Selbstverlegen auf ebenen, festen Untergründen wie Dachterrassen oder Balkonen.
Schritt 3: Terrassenfläche abstecken, Boden ausheben und Tragschicht aufbauen
Für ein Splitt- oder Mörtelbett zuerst die Fläche abstecken und je nach Boden und Belastung 30 bis 60 cm ausheben. Dann wird die Tragschicht (Frostschutzschicht) aufgebracht und mittels Rüttelplatte verdichtet.
Schritt 4: Bettung für die Terrassenplatten vorbereiten
Beim Splittbett kommt darüber eine weitere Tragschicht aus Grädermaterial, die ebenfalls verdichtet wird. Dabei muss bereits auf das Gefälle geachtet werden. Die letzte Schicht besteht aus 3-6 cm Bettungsmaterial, die nicht mehr verdichtet und betreten werden darf. Verwenden Sie ein Vlies, um lästigen Unkrautwuchs fernzuhalten.
Für das Mörtelbett kommt auf die Frostschutzschicht ein Schottergemisch für die Feinplanie. Diese Schicht wird mittels Rüttelplatte verdichtet. Danach kommt eine mit Baustahl bewährte Schicht aus Beton. Dann folgt die Mörtelschicht aus wasserdurchlässigem Drainagemörtel. Achten Sie auch hier unbedingt auf das Gefälle. Um zu verhindern, dass sich unter den Terrassenplatten Wasser sammelt, empfehlen wir Drainagematten oder Vlies.
Wer Terrassenplatten auf Stelzlagern verlegt, muss diese korrekt anbringen und bei unebenem Untergrund mit Dübeln befestigen. Danach können Sie mithilfe einer Wasserwaage die Höhe einstellen.
Schritt 5: Terrassenplatten bei Bedarf zuschneiden
Ist es notwendig, einzelne Platten zuzuschneiden, müssen Sie diese zuerst wässern. Danach wird die Schnittkante auf allen Seiten der Platte markiert. Mit einem Winkelschleifer mit Diamanttrennscheibe schneiden Sie zuerst auf der Rück-, dann auf der Vorderseite entlang der Markierung. Vor dem Verlegen müssen die geschnittenen Platten noch vom Schleifstaub befreit werden.
Schritt 6: Terrassenplatten verlegen und ausrichten
Beim Verlegen der Platten können Sie unterschiedliche Muster wählen. Starten Sie in der tiefsten Ecke mit der ersten Reihe und arbeiten Sie sich Reihe für Reihe zur Hauswand vor. Für eine fluchtgerechte Verlegung spannen Sie eine Schnur. Im Falle eines Splittbetts legen Sie die Platten direkt in den Splitt und klopfen sie fest.
Auf einem Betonuntergrund bringen Sie auf der Unterseite der Platte mittels Zahnspachtel eine Schicht Steinkleber an. Egal, welchen Untergrund und welche Verlegeart Sie gewählt haben, achten Sie unbedingt auf eine Fugenbreite von mind. 5 mm.
Schritt 7: Fugen füllen und Terrasse fertigstellen
Zum Einschlämmen und Verfugen der Platten können Sie einen bindigen Fugensand verwenden.
Bei Fugenverschluss mit werksgemischten Fugenmaterialien oder Fugenverfestigern sind die Hinweise der Erzeuger zu beachten. Je nach Belag und Untergrund eignet sich eine Fugenmasse, z.B. ein Pflastermörtel, für Fugen. Befreien Sie die Terrasse von überschüssigem Fugenmaterial und entfernen Sie Rückstände der Fugenmasse.
Schritt 8: Terrasse abschließend kontrollieren und reinigen
Kontrollieren Sie die korrekte Verlegung der Terrassenplatten, das Gefälle und die saubere Anbringung der Fugenmaterialien. Danach können Sie dazu übergehen, den neuen Terrassenbelag entsprechend zu reinigen.

Häufige Fehler beim Terrassenplatten verlegen
Die meisten Probleme mit Terrassenplatten lassen sich auf folgende klassische Fehler zurückführen:
- Kein oder zu wenig Gefälle führt zu Staunässe und Frostschäden
- Das Betreten der Bettung vor dem Verlegen verursacht Unebenheiten
- Verlegung „auf knirsch“, also ohne Fugen, führt zu Spannungsrissen und Abplatzungen
- Falsches oder zu feines Fugenmaterial kann ins Splittbett absinken
- Verwendung von Terrassenplatten von ein und derselben Palette beeinträchtigt das Farbbild
- Nicht ausreichend verdichteter Untergrund kann absacken
- Fehlende Entwässerung sorgt für gestautes Wasser an der Hauswand
Pflege und Reinigung von Terrassenplatten
Bei robusten Materialien wie Beton und Natursteinen reicht ein regelmäßiges Kehren sowie die Entfernung von Moos und Grünbelag.
Verzichten Sie außerdem auf Streusalz, dieses greift die Oberfläche der Platten an. Gesandete Fugen können mit der Zeit auswaschen und müssen nachgesandet werden. Wie Sie Ihre Terrassenplatten konkret am besten reinigen, ist abhängig von den Materialien. Alles zur richtigen Reinigung und Pflege finden Sie in unserem ausführlichen Ratgeber „Terrassenplatten reinigen“.

Häufige Fragen rund ums Terrassenplatten verlegen
Kann man Terrassenplatten direkt auf Erde legen?
Nein, direkt auf die Erde sollten Terrassenplatten nicht gelegt werden. Verwenden Sie entweder ein Splittbett, ein Mörtelbett oder eine bereits vorhandene ebene, feste Fläche als Untergrund.
Was ist der beste Untergrund für Terrassenplatten?
Die passende Wahl des Untergrunds hängt von den vorhandenen Gegebenheiten und den Terrassenplatten ab. Für neue Terrassen empfiehlt sich ein Splittbett, für Balkone und Dachterrassen ist das Stelzlager die bessere Wahl.
Wie verlege ich Terrassenplatten am besten?
Wie Sie Ihre Terrassenplatten verlegen, hängt von der Unterkonstruktion und dem Plattenmaterial ab. Unbedingt zu beachten sind die passende Ausrichtung, das Gefälle und die Fugen.
Wie viel Zentimeter Splitt kommt unter Terrassenplatten?
Im Falle eines Splittbetts besteht die letzte Schicht unter den Terrassenplatten aus etwa 3 cm Pflastersplitt. Darunter befinden sich die Trag- bzw. Frostschutzschichten.
Welche Fugenbreite bei Terrassenplatten?
Die Fugen zwischen den einzelnen Terrassenplatten müssen mindestens 5 mm breit sein.
Welche Verlegemuster gibt es für Terrassenplatten?
Je nach Breite der einzelnen Platten können unterschiedliche Verbände und Muster erzeugt werden. Klassisch sind Kreuzverband und Reihenverband, möglich sind auch andere Muster, etwa Fischgräten oder diagonale Verlegung.







