
Rasen belüften und aerifizieren: Anleitung, Zeitpunkt und Tipps
Ob kleiner oder großer Garten, der Rasen ist überall Hingucker Nummer eins. Sattgrün, dicht und vor allem gesund sollte die Rasenfläche sein. Damit Ihr Rasen vor Kraft strotzt, müssen Sie ihm etwas unter die Arme greifen. Neben dem regelmäßigen Mähen, Düngen, Vertikutieren und Bewässern gehört auch das Belüften zur wichtigen Rasenpflege.
Inhaltsverzeichnis
- Vorteile der Rasenbelüftung: Darum sollten Sie Ihren Rasen belüften
- Rasen lüften, striegeln, vertikutieren und aerifizieren: Was ist der Unterschied?
- Rasen belüften: Wann und wie oft?
- Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Rasenbelüftung
- Weitere Pflegemaßnahmen für einen gesunden Rasen
- Häufige Fragen rund ums Rasen belüften
Vorteile der Rasenbelüftung: Darum sollten Sie Ihren Rasen belüften
Um im Garten einen schönen, dichten und gesunden Rasen zu genießen, lohnt es sich, die Grasfläche regelmäßig zu pflegen. Zu dieser Pflege gehört auch die Auflockerung durch das Belüften bzw. Aerifizieren des Rasens. Mit der Zeit verdichtet sich der Boden immer mehr und die idealen Wachstumsbedingungen für den Rasen nehmen ab. Weniger anspruchsvolles Unkraut breitet sich aus.
Wie Sie dieses am besten entfernen, erfahren Sie in unserem Ratgeber „Unkraut im Rasen entfernen“. Damit es gar nicht erst so weit kommt, sollten Sie Ihren Rasen beim Wachsen etwas unterstützen. Mähen, düngen, vertikutieren und lüften sind die optimale Pflege für die Rasenfläche.
Das regelmäßige Belüften des Rasens hat viele Vorteile:
- Luftzirkulation im Boden wird verbessert
- Staunässe wird verhindert, Wasser kann besser versickern
- Nährstoffe gelangen in den Boden und fördern das Wurzelwachstum
- Dichtes und gesundes Rasenwachstum wird gefördert
- Bodenverdichtung wird verringert und die Bodenstruktur verbessert sich langfristig
- Rasen ist widerstandsfähiger
- Rasenfilz und Moos werden verringert
Rasen lüften, striegeln, vertikutieren und aerifizieren: Was ist der Unterschied?
Es gibt verschiedene Ausdrücke, die oft fälschlicherweise synonym verwendet werden, wenn es um die Auflockerung der Rasenfläche geht. Allerdings stecken hinter den unterschiedlichen Begriffen rund ums Belüften des Rasens auch unterschiedliche Konzepte. Wir erklären Ihnen, was gemeint ist, wenn von lüften, striegeln, vertikutieren und aerifizieren die Rede ist.
Lüften
Um den Rasen zu lüften, kommt normalerweise ein Rasenlüfter zum Einsatz. Dieser ist mit einer Lüfterwalze ausgestattet, die mit Krallen in den Boden sticht und ihn dadurch auflockert. Oft handelt es sich um ein Kombi-Gerät, das sowohl lüftet als auch vertikutiert. Außerdem gibt es Rasenlüfterschuhe und Lüftungsgabeln, die ebenfalls denselben Effekt haben.

Striegeln
Meist ist mit dem Belüften des Rasens das Striegeln gemeint. Dabei wird nur die Rasenfläche bearbeitet. Die Lüfterwalze wird so eingestellt, dass die Grasfläche durchkämmt wird, um alte Reste und verwachsene Stellen zu entfernen. Es kommt nicht zur Beschädigung der Grasnarbe, weshalb das Striegeln öfter durchgeführt werden kann.
Aerifizieren
Das Aerifizieren geht noch einen Schritt weiter als das Lüften. Vom Konzept ähnlich werden auch beim Aerifizieren Löcher in den Rasen gebohrt. Während diese beim Lüften klein sind, werden beim Aerifizieren verhältnismäßig große und tiefe Löcher in den Boden gestanzt. Diese Löcher werden in der Folge mit Sand gefüllt, um Wasser optimal versickern zu lassen. Diese Maßnahme ist nur bei stark verdichteten Böden empfehlenswert.
Vertikutieren
Bei den meisten Rasenlüftern handelt es sich um Geräte, die Striegeln, Lüften und Vertikutieren kombinieren. Zum Vertikutieren kommt eine andere Walze zum Einsatz als beim Lüften. Dabei wird der Rasen nicht gelocht, sondern mit einer Messerwalze angeritzt, um Rasenfilz, Moos und abgestorbene Reste zu entfernen. Alles rund ums Thema erfahren Sie in unserem Ratgeber „Rasen vertikutieren“.
Rasen belüften: Wann und wie oft?
Wann und wie oft Sie den Rasen belüften, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören die Ausgangsbedingungen, also die Witterung, die Bodenbeschaffenheit und der Zustand der Rasenfläche. Außerdem spielt die Methode eine maßgebliche Rolle. Alles, was die Grasnarbe verletzt, sollte maximal ein- oder zweimal im Jahr durchgeführt werden. Darunter fallen das Aerifizieren und das Vertikutieren.
Kommt ein Rasenlüfter zum Einsatz, ist die Einstellung der Walze wichtig. Jede Bearbeitung des Bodens ist mit Vorsicht vorzunehmen, da diese die Rasenfläche stresst. Wird der Rasen nur gestriegelt, kommt es zu keiner Beanspruchung des Bodens, da lediglich das Gras durchkämmt und aufgelockert wird. Diese Maßnahme empfiehlt sich in der Hochsaison von April bis Oktober regelmäßig, etwa alle vier bis sechs Wochen.
Das Belüften des Rasens sollte Teil Ihrer Rasenpflege im Frühjahr sein. Im April oder Mai ist der ideale Zeitpunkt. Kombinieren Sie die Belüftung des Rasens mit dem Vertikutieren, sowie anschließendem Sanden und Düngen. Unbedingt zu beachten sind die Wetterbedingungen. Beim Belüften darf der Rasen weder zu trocken noch zu nass sein. Lüften und vertikutieren verursachen Stress, zusätzliche Beanspruchung durch Trockenheit oder zu viel Nässe würden dem Rasen schaden.
Verlangt der Boden danach bzw. sind Sie im Frühjahr nicht dazu gekommen, können Sie Ihren Rasen auch im Herbst lüften. Je nach Beschaffenheit neigen Böden mehr oder weniger zur Verdichtung. Darauf basiert die Häufigkeit der Belüftung. Unsere Lagerhaus-Experten stehen Ihnen gerne mit Tipps und Tricks zur Seite.

Vermeiden Sie diese klassischen Fehler, um dem Rasen nicht mehr zu schaden als zu helfen:
- Falscher Zeitpunkt: Trockenheit, Hitze sowie Nässe und Kälte beanspruchen den Rasen, ein zusätzliches Lüften wäre schlecht für das Wachstum
- Falsche Pflege: Nachdem beim Lüften Löcher in den Boden gebohrt werden, müssen diese auch weiterbehandelt werden. Sanden, Düngen und eventuell Nachsäen sind Teil der Pflege.
- Falsche Methode: Handelt es sich um einen gepflegten Privatgarten, ist das Striegeln meist ausreichend, um die Rasenfläche zu belüften. Nur Problemflächen, etwa stark verdichtete, lehmige Böden, verlangen nach dem Aerifizieren.
Tipp: Lesen Sie unseren Ratgeber zum Thema „Fehlervermeidung bei der Rasenpflege“.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Rasenbelüftung
Unsere schrittweise Anleitung führt Sie zum optimal belüfteten Rasen.
Schritt1: Rasen vorbereiten
Beginnen Sie damit, die Rasenfläche zu säubern. Äste, Tannenzapfen, Laub und andere Gegenstände müssen entfernt werden. Mähen Sie dann den Rasen sorgfältig und achten Sie darauf, die Grashalme eher kurzzuschneiden, um optimal belüften zu können.
Schritt 2: Das passende Gerät wählen
Je nach Methode und Rasenfläche empfiehlt sich der Einsatz unterschiedlicher Geräte. Sie können Ihren Rasen manuell oder mit einer Maschine belüften. Beliebt sind motorisierte oder akkubetriebene Vertikutierer-Lüfter, die sowohl vertikutieren als auch belüften bzw. striegeln (mit oder ohne Löcher im Boden). Manuell können Sie spezielle Rasenlüfter-Schuhe oder Hand-Belüfter nutzen.
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Tipp: Nutzen Sie unseren Maschinen-Mietservice für Geräte, die zu viel Platz benötigen oder selten zum Einsatz kommen.
Schritt 3: Rasen lüften/striegeln oder Aerifizieren
Beginnen Sie nun mit der Belüftung des Rasens bzw. dem Aerifizieren. Achten Sie darauf, regelmäßige Bahnen zu ziehen, die nicht zu sehr überlappen, um eine Überbeanspruchung zu vermeiden.
Verwenden Sie einen Aerifizierer mit hohlen Stacheln, müssen nach dem Belüften die entfernten Erdstücke mit einem Rechen von der Rasenfläche entfernt werden.
Schritt 4: Rasen sanden
Die im Boden entstandenen Löcher müssen nun gesandet werden. Dazu wird trockener Sand gleichmäßig auf der Fläche verteilt, der mit dem Regenwasser in die Belüftungslöcher gespült wird. Es gibt außerdem eigene Regenerationsmischungen, die nicht nur Sand, sondern auch verschiedene Nährstoffe und Rasensamen enthalten.
Schritt 5: Rasen düngen
Nach dem Belüften ist der optimale Zeitpunkt, um den Rasen zu düngen, da der Boden und die Rasenwurzel die Nährstoffe besonders gut aufnehmen können.
Schritt 6: Rasen nachsäen (optional)
Gibt es kahle Stellen bzw. wächst der Rasen ungleichmäßig, bietet das Lüften eine gute Voraussetzung für die Anbringung neuer Rasensamen. Wir empfehlen, dazu ausschließlich hochwertige Rasensamen zu nutzen, da diese robuster sind und besser wachsen.
Schritt 7: Rasen bewässern
Die durch die Belüftung beanspruchte Rasenfläche benötigt nun ausreichend Wasser, um sich zu regenerieren. Zusätzlich müssen Sand und Dünger in den Boden gelangen. Je nach Witterungsbedingungen bleibt es in der Regel nicht aus, den Rasen nach dem Lüften zu bewässern.
Weitere Pflegemaßnahmen für einen gesunden Rasen
Unterstützen Sie Ihren Rasen dabei, gesund zu sein und auch zu bleiben. Für einen sattgrünen, robusten Rasen empfehlen wir eine Reihe an Pflegemaßnahmen. Diese Pflege ist nicht zwingend zeitaufwändig und überzeugt durch ihr Ergebnis. Neben dem Belüften gehören das Mähen, Vertikutieren, Düngen und Bewässern zu den regelmäßigen Pflegemöglichkeiten, die den Rasen stärken. Außerdem sollten Sie lästiges Unkraut entfernen, bevor es überhandnimmt. Lesen Sie dazu unsere informativen Ratgeber-Beiträge. Erfahren Sie obendrein mehr darüber, welche Rasenpflege-Schritte Sie im Frühjahr, Sommer oder Herbst vornehmen sollten.
Häufige Fragen rund ums Rasen belüften
Wie lüfte ich den Rasen richtig?
Mithilfe eines Rasenlüfters können Sie Ihren Rasen optimal lüften. Entweder nur oberflächlich striegeln, also alte Grasreste entfernen und durchkämmen, oder inklusive Bodenbelüftung durch Löcher im Boden.
In welchem Monat sollte man den Rasen lüften?
Das erste Mal im Jahr den Rasen und Boden zu lüften, empfiehlt sich im April oder Mai. Alternativ bzw. wenn notwendig, zusätzlich, können Sie auch im Herbst den Rasen lüften.
Was ist besser, lüften oder vertikutieren?
Beim Vertikutieren wird der Boden von kleinen Messern aufgeschnitten, um Moos und Rasenfilz zu beseitigen. Das Lüften dient dazu, den Rasen und Boden zu lockern und Luft, Wasser und Nährstoffe besser eindringen zu lassen. Es handelt sich um zwei verschiedene Vorgänge, die man hervorragend kombinieren kann.
In welcher Reihenfolge sollte man vertikutieren und lüften?
Zuerst wird die Rasenfläche vertikutiert, um Rasenfilz und Moos zu beseitigen, danach folgt die Belüftung mittels Rasenlüfter.
Was sollte man nach dem Aerifizieren der Löcher füllen?
Die durch das Aerifizieren entstandenen Löcher im Boden sollten Sie mit trockenem Sand oder einer geeigneten Regenerationsmischung befüllen.
In welchem Abstand sollte man die Löcher für die Aerifizierer in den Rasen stechen?
Bei einer manuellen Belüftung des Rasens sollten Sie einen Abstand von etwa 10 cm zwischen den Löchern halten.
Besuchen Sie Ihr Lagerhaus und erkundigen Sie sich nach nützlichen Gartengeräten für den Rasen und passende Rasensamenmischungen und Rasendünger. Unsere Mitarbeiter beraten Sie gerne!















